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Ebola-Epidemie: Hilfswerk stoppt alle Liberia-Projekte

Archivmeldung vom 31.07.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 31.07.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Karte zur Ebolavirus-Epidemie in Westafrika 2014 Stand: 30. Juni 2014
Karte zur Ebolavirus-Epidemie in Westafrika 2014 Stand: 30. Juni 2014

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika hat nun auch direkte Auswirkungen auf laufende Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Die Partnerorganisation des christlichen Hilfswerks Geschenke der Hoffnung, Samaritan's Purse, hat ihr Personal und deren Familienangehörige aus Liberia in ihre Heimat zurückgerufen. Nur zwingend benötigte Personen, die u. a. auch für die Betreuung des an Ebola erkrankten Arztes Dr. Kent Brantly und dessen Kollegin Nancy Writebol zuständig sind, bleibe noch im Land. Von der Entscheidung betroffen ist auch ein Rehabilitationshaus für sexuell missbrauchte Frauen, das bis vor kurzem von Geschenke der Hoffnung unterstützt wurde.

Wo möglich wird die Arbeit von dem verbliebenen einheimischen Personal fortgesetzt. "Das ohnehin von Armut und Arbeitslosigkeit gebeutelte Land steuert nun auf eine noch schlimmere Krise zu", fasst Reinhard Scheumann, der Leiter für internationale Projekte, zusammen. Die Partnerorganisation reagiert mit der Evakuierung ihres Personals auf die steigende Anzahl von Infizierten in Verbindung mit dem Mangel an medizinischem Personal und insbesondere auch die Erkrankung von Brantly und Writebol. Sie hatten sich vor kurzem mit dem oft todbringenden Virus angesteckt. Der Zustand der Beiden habe sich leicht verbessert, teilte Samaritan's Purse mit. Ihre gesundheitliche Lage sei dennoch weiterhin ernst und der Ausgang nach wie vor unklar. Auch die medizinischen Nothilfemaßnahmen im Landesinnern in Foya und in der Hauptstadt Monrovia wurden nun vorerst gestoppt. "Neue Ebola-Fälle können z. Zt. nicht mehr behandelt werden", erklärt Scheumann. Die internationale Staatengemeinschaft müsse ihre Kräfte bündeln, um der Krise zu begegnen. "Es kann nicht sein, dass man die Verantwortung für die Bewältigung dieser Katastrophe einigen wenigen Nichtregierungsorganisationen überlässt. Deshalb ist die Entscheidung unseres Partners auch zu verstehen", sagte Scheumann.

Familie Brantly bedankt sich für Gebete

Unterdessen bedankte sich die Ehefrau des Arztes, Amber Brantly, für das Mitgefühl, das sie aus der ganzen Welt erreiche: "Als Menschen mit einem tiefen Glauben an Jesus bedanken wir uns aufrichtig bei allen Menschen weltweit, die für Kent und seine furchtbare Situation gebetet haben. Wir stützen uns weiterhin auf diesen Glauben und suchen Trost bei unserem Gott." Man glaube fest, dass Gott ihren Mann von dem tödlichen Virus befreien könne. "Kent ist weiterhin körperlich schwach, sein Geist jedoch in dieser Prüfung fest entschlossen."

Der tödlichste Ebola-Ausbruch der Geschichte

Das Ausmaß der jetzigen Epidemie ist beispiellos. Seit dem Bekanntwerden der Krankheit 1976 bis 2008 sind 2.232 Menschen infiziert worden. 1.503 Personen überlebten die Krankheit nicht. Allein in diesem Jahr wurden bislang über 1.200 Menschen infiziert, mehr als 670 starben an dem Virus. Die meisten Todesfälle gibt es in Guinea, Sierra Leone und Liberia. Durch die bisherige Aufklärungsarbeit von Samaritan's Purse wurden alleine in Liberia 450.000 Personen erreicht.

Wer die Arbeit von Geschenke der Hoffnung unterstützen will, kann über die Website www.geschenke-der-hoffnung.org oder per Überweisung (Stichwort: Ebola, IBAN: IBAN: DE12 3706 0193 5544 3322 11) spenden.

Quelle: Geschenke der Hoffnung e.V. (ots)

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