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Pilates - ein Erfahrungsbericht

Archivmeldung vom 18.04.2006

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.04.2006 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Eine Pilates-Übung
Eine Pilates-Übung

Die Pilates-Methode, das Fitnesstraining für Körper, Geist und Seele, das der deutsche Josef Hubert Pilates Anfang des 20. Jahrhundert entwickelte, wird nun wieder neu entdeckt und populär. Bei diesem ganzheitlichen Körpertraining werden vor allem die tiefliegenden, kleinen, aber meist schwächeren Muskelgruppen angesprochen, die für eine korrekte und gesunde Körperhaltung sorgen.

Joseph Pilates
Joseph Pilates

Bevor ich darauf eingehe, was die Pilates-Methode überhapt ist und welche persönlichen Erfahrungen ich bisher damit gemacht habe, zunächst ein paar Informationen zur Person Pilates.

Joseph Hubertus Pilates (1880-1967)

Er wurde in Mönchengladbach geboren und war deutsch-griechischer Abstammung. Da er als Kind seine unzähligen Krankheiten nicht akzeptierte, begann Pilates seinen Körper zu trainieren und stand schließlich mit 14 Jahren Modell für Anatomiezeichnungen. Er studierte verschiedene Tierbewegungen, praktizierte Gymnastik und übte verschiedene Sportarten aus und beschäftigte sich auch mit fernöstliche Methoden wie Yoga und Zen-Meditation. Während seiner Internierung in England im Ersten Weltkrieg, erlernte er den Beruf des Krankenpflegers und unterrichtete seine Mitgefangenen in der von ihm entwickelten Methode.  Laut Überlieferungen sollen die Mitgefangenen aufgrund ihrer guten körperlichen Konstitution, die sie durch die Pilates-Methode erhielten, so die große Grippeepidemie von 1918 überlebt haben.
Nach dem Krieg kehrte er nach Deutschland zurück, wo er unter anderem die Polizisten trainierte und mit wichtigen Vertretern der Bewegungslehre zusammenarbeitete.
Da er jedoch mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen in Deutschland unzufrieden war, wanderte er 1923 in die USA aus. 1926 eröffnete Pilates sein erstes Studio in New York und traf damit den Nerv der Zeit. So zählten schon kurze Zeit später weltberühmte Tänzer und Choreografen zu den Ersten, die nach Pilates' neuer Methode trainierten und seither sind Generationen überzeugt.
Pilates starb mit 86 Jahren in New York, wo er bis zum Schluß selbst noch seine Methode unterrrichtete.

Die Pilates-Methode

Das Übungsprogramm nach Pilates ist eine sehr sanfte und effektive Trainingsmethode, mit der man seinen Körper kräftigen, formen, dehnen und entspannen kann. Sie basiert auf sechs Methoden, die sich wie folgt zusammensetzen:

  • Zentrierung der Kräfte
  • Konzentration
  • Kontrolle der Bewegung
  • Präzision der Ausführung
  • Bewußte Atmung
  • Fließende Bewegungsabläufe

Bei der Pilates-Methode geht es nicht darum bestimmte massige Muskeln aufzubauen, sondern den Körper in seiner Gesamtheit zu formen.  Also ein Gleichgewicht der gesamten Muskelpartien zu erreichen. Hierzu zählen auch schwächere und kleinere Muskeln, die sonst meist vernachlässigt werden. Denn gerade diese tiefliegenden Muskelpartien sorgen für eine korrekte und gesunde Körperhaltung. Durch regelmäßiges Training dieser tiefen Muskulatur ensteht ein neues Körpergefühl, eine neue Körperhaltung. Auch Rückenschmerzen sollen verschwinden und der Körper wird ausgeglichener, elastischer, kräftiger und geschmeidiger.
Es dreht sich bei den Übungen alles um den Bauch als Zentrum, dem sogenannten "Powerhouse". Es besteht aus dem Verbund aus Abdominal-, Kreuzbein- und Gesäßmuskulatur. Das "Powerhouse" dient als Kraftzentrum, um für die übrige Körpermuskulatur einen möglichst freien Bewegungsfluß zu erreichen. Denn genau diese tiefliegende Bauchmuskulatur stützt die Wirbelsäule und schützt die inneren Organe. Ausgehend vom Körperzentrum bringt die Pilates-Methode den Körper wieder ins Gleichgewicht. Das Ergebnis ist der Aufbau von Kraft, die Steigerung der Flexibilität und der Ausdauer und die damit einhergehende Verbesserung des Kreislaufs, der Koordinationsfähigkeiten, der Körperhaltung sowie die Linderung chronischer Schmerzen.
Die Übungen werden ruhig, fließend und sehr konzentriert ausgeführt, die Koordination von Körper und Geist sind dabei sehr wichtig. Der Tiefenatmung kommt eine große Bedeutung zu, sie wird daher bewußt in jeder Übung eingesetzt.

Meine persönlichen Erfahrungen

Obwohl manche Übungen zunächst doch sehr an leichte Yoga-Übungen erinnern, ist diese Methode relativ einfach zu erlernen, wie ich selbst erlebt habe. Ich hatte von diesen Übungen das erste Mal letztes Jahr im Sommer gehört. Da ich zu dieser Zeit sehr starke Schmerzen im Bereich des Ischias sowie dem rechten Bein hatte, suchte ich nach einer Behandlungsmöglichkeit. Ein sehr guter Freund gab mir deshalb eine Adresse von einer Krankengymnastin, die mir vielleicht helfen könnte. Beim ersten Besuch zeigte sie mir ein paar Übungen, die ich nachmachen sollte. Es waren einfache Übungen, die ich in einer fließenden Bewegung und mit einer bewußten Atmung machen sollte. Zunächst war dieser kombinierte fließende Ablauf etwas ungewohnt für mich, doch schon nach ein paar Minuten Übung wurde dieser immer besser und gleichmäßiger. Sie erzählte mir, daß es nicht auf die Anzahl, sondern auf die präzise Ausführung ankommt. Ich sollte zu Hause jeden Tag ca. 20 Minuten üben, bis zum nächsten Termin eine Woche später. Beim nächsten Termin zeigte sie mir noch zwei weitere Übungen. Da ich schon nach einer Woche durch die 30 Minuten Training am Tag eine kleine Veränderung in meinem Körper spürte, die Schmerzen waren zwar nicht weg aber ich merkte, daß sich etwas in meinem Körper veränderte fragte ich sie, was das denn für Übungen seien. Sie sagte, daß es sich dabei um die Grundübungen der Pilates-Methode handeln würden. Ich könnte aber nach und nach, wenn ich Interesse daran hätte, weitere Übungen der Pilates-Methode lernen. Wo ich nun schon die Grundübungen und ein Gefühl für die fließenden Bewegungen erhalten habe, könnte ich die Übungen ab jetzt auch alleine ausführen. Da ich vorher noch nie etwas von der Pilates-Methode gehört hatte besorgte ich mir zwei Bücher, um mehr darüber zu erfahren. Eine Buchbesprechungen zu den beiden Büchern finden Sie in der Rubrik Testberichte Sachbücher hier und hier.
Obwohl ich aufgrund der Eingeschränktheit durch meine Schmerzen nicht alle dort vorgestellten Übungen machen konnte, spürte ich nach ca. dreiwöchigem Training wie es mir langsam immer besser ging. Auch beim Laufen merkte ich, wie ich auf einmal anfing darauf zu achten gerade zu gehen.  Ich spürte, wie sich eine Art Verkrampfung löste und ich immer entspannter wurde. Es veränderte sich nach und nach mein ganzes Körpergefühl. Nach ca. drei Monaten waren meine Schmerzen verschwunden, was für mich eine große Erleichterung bedeutete.

In den Wintermonaten habe ich nun nicht mehr regelmäsig trainiert, vielleicht nur noch einmal die Woche und das auch nur zehn Minuten, trotzdem sind die Schmerzen nicht zurückgekehrt. Ich merke aber, wie mein Unterbewußtsein immer noch im Alltag darauf achtet die Bewegungen des Körpers gleichmäßig und natürlich auszuführen.  Auch wenn ich einmal nicht mit einer geraden Körperhaltung gehe, verspüre ich einen Impuls, der mich darauf aufmerksam macht. Dies hatte ich bevor ich mit den Pilates-Übungen angefangen hätte so nie erlebt.

Ich werde jetzt, wo es wärmer geworden ist auch wieder regelmäsig meine Übungen machen und freue mich schon richtig auf die neuen Erfahrungen sowie das gute Körpergefühl. Die Pilates-Methode ist eine Bereicherung für mein Leben und mein Wohlbefinden und ich bin froh dieses Übungsprogramm kennengelernt zu haben.

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