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Deutsche Einsatzveteranen warnen vor Gefahren bei Afghanistan-Abzug

Archivmeldung vom 29.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Die Schutz- und Radarsysteme im Feldlager in Mazar-e Sharif/Afghanistan in der Abendsonne /Bild: Bundeswehr Fotograf: Christian Thiel
Die Schutz- und Radarsysteme im Feldlager in Mazar-e Sharif/Afghanistan in der Abendsonne /Bild: Bundeswehr Fotograf: Christian Thiel

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Einsatzveteranen, Bernhard Drescher, hat vor den Gefahren für die deutschen Soldaten während des bevorstehenden Abzugs aus Afghanistan gewarnt. "Ein Abzug ist immer eine Phase der Schwäche", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" mit Blick auf mögliche Angriffe oder Anschläge. "Teile des Personals sind schon weg oder mit dem Abbau beschäftigt."

Da müsse man besonders aufpassen, dass da nichts schief geht. Zuvor hatte das Bundesverteidigungsministerium den Schutz deutscher Soldaten in Afghanistan bereits verstärkt. Der Einsatz "über den 30. April hinaus" könne "zu einer höheren Gefährdung unserer Soldatinnen und Soldaten führen", teilte das Ministerium am Dienstag via Twitter mit.

"Wir nehmen die Drohungen der Taliban ernst und werden unser Kontingent robuster ausstatten." Unterdessen sollen die Veteranen selbst indirekt in den Abzug einbezogen werden. "Der Ehrenhain aus Mazar-i-Sharif wird nach Deutschland gebracht, so wie wir bisher alle Ehrenhaine nach Deutschland gebracht haben", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums dem RND. "Für den Ehrenhain wurde auf dem Gelände des Einsatzführungskommandos im Wald der Erinnerung schon eine Stelle reserviert. Er findet dort seinen würdigen Platz." Der Afghanistan-Einsatz sei schließlich "der prägendste Einsatz", den die Bundeswehr bisher absolviert habe, so der Sprecher.

In Geltow bei Potsdam befinden sich auch andere Ehrenhaine aus Afghanistan - aus Kabul, Kundus und dem OP North - sowie aus weiteren Einsatzorten der Bundeswehr. Sie erinnern an die Gefallenen. Veteranenverbands-Chef Drescher sagte dem RND, es gebe gemeinsam mit dem Reservistenverband Überlegungen, die letzten heimkehrenden Soldaten besonders zu empfangen. Darüber sei aber wegen der Corona-Pandemie noch nicht entschieden worden. Im Verteidigungsministerium wird eine zentrale Veranstaltung im Wald der Erinnerung unter Beteiligung von Veteranen erwogen. Entscheidungen über das Prozedere sind auch hier noch nicht gefallen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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