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Chefvolkswirt der Bremer Landesbank kritisiert "Finanz-Hollywood" in den USA

Archivmeldung vom 11.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Bernd Kasper / pixelio.de
Bild: Bernd Kasper / pixelio.de

Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, hat vor den verheerenden Folgen einer Zahlungsunfähigkeit der USA gewarnt. Das werde die Krise nach dem Zusammenbruch der Lehman-Bank bei weitem übertreffen, sagt er im Interview mit der Neuen Westfälischen Zeitung in Bielefeld. "Nach Lehman hatten wir etwa drei Wochen einen Stillstand der Weltwirtschaft. Danach haben die ersten Maßnahmen zu greifen begonnen. Aber wenn nicht Lehman, sondern die USA langfristig ausfallen, dann bekommen wir überhaupt keine Beruhigung in die Märkte. Dann potenzieren sich die Probleme."

Die USA seien noch immer der Anker des Vertrauens. "Amerikanische Anleihen waren immer eine risikolose Anlageform. Wenn dieser Anker aus billigen Motiven verspielt wird, dann entsteht eine Lawine." Allerdings glaubt Hellmeyer nicht daran, dass es wirklich soweit kommt. Die Vorgänge in Washington bezeichnet er als "Finanz-Hollywood". "Das läuft so ähnlich ab wie mit Gary Cooper im Western "12 Uhr mittags"."Er sei zu 80 Prozent optimistisch, dass es rechtzeitig eine Lösung geben werde. Die Republikaner werden im allerletzten Moment zurückziehen, glaubt Hellmeyer.

US-Finanzstreit: Annäherung zwischen Obama und Republikaner

Im Haushaltsstreit haben sich US-Präsident Barack Obama und die Republikaner angenähert, ein Durchbruch ist allerdings noch nicht erzielt worden. Obama und führende Vertreter der republikanischen Partei hatten sich am Donnerstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus zu einem Gespräch getroffen, in dem die Republikaner dem US-Präsidenten ernsthafte Vorschläge zur Lösung des Finanzstreits unterbreiteten, wie US-Medien berichten. Demnach schlugen die Republikaner vor, das Schuldenlimit von derzeit 16,7 Billionen US-Dollar für weitere sechs Wochen anzuheben, im Gegenzug solle Obama mit ihnen über Einsparungen verhandeln. Der sogenannte "Shutdown" der US-Verwaltung bliebe aber vorerst bestehen. Das Weiße Haus sprach nach den Gesprächen von einem "guten Treffen": Es seien zwar keine Entscheidungen getroffen worden. Allerdings hoffe US-Präsident Obama auf weitere Fortschritte. Die Republikaner sprachen ihrerseits von einem "sehr nützlichen Treffen".

Den Vereinigten Staaten droht bis zum 17. Oktober die Zahlungsunfähigkeit, wenn sich Obama und die Republikaner nicht auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze verständigen sollten.

Quelle: Neue Westfälische (Bielefeld) (ots)

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