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Studie: Kinder schuften für Autolacke und Elektrogeräte

Archivmeldung vom 19.11.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.11.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Mamisoa (10, rechts) arbeitet in der Mika-Mine Tsivery nahe dem Dorf Ampikazo; links ihre Mutter und ihre kleine Schwester. 11.000 Kinder wie sie schürfen Mika für Elektrogeräte und Autolacke.
Mamisoa (10, rechts) arbeitet in der Mika-Mine Tsivery nahe dem Dorf Ampikazo; links ihre Mutter und ihre kleine Schwester. 11.000 Kinder wie sie schürfen Mika für Elektrogeräte und Autolacke.

Bild: "obs/terre des hommes Deutschland e.V./Jan-Joseph Stok/TdH"

In Madagaskar schürfen etwa 11.000 Mädchen und Jungen unter härtesten Bedingungen das Mineral Mica. Sie stellen die Hälfte der 20.000 Arbeiter in den Mica-Minen des Landes, die jüngsten sind gerade fünf Jahre alt: Größere Kinder kriechen in die von Arbeitern selbst gegrabenen Schächte und Stollen und schleppen das Mineral an die Oberfläche.

Jüngere Kinder sortieren die Ausbeute nach Größe. Immer wieder brechen Stollen ein, es kommt zu schweren Verletzungen und Todesfällen. Kinder, die das Mineral sortieren und brechen, weisen massive Schnittverletzungen an den Händen auf. Erwachsene wie Kinder leiden in der großen Hitze unter Kreislaufproblemen und wegen der Staubentwicklung unter Atemwegserkrankungen. Am Ende eines Arbeitstages kaufen Agenten das Mica für etwa vier Cent pro Kilo. Kinder kommen auf einen Tageslohn von etwa 20 Cent, gerade genug für ein einfaches Frühstück. Das Kinderhilfswerk terrre des hommes hat die Arbeitsbedingungen in den Mica-Minen von Madagaskar untersucht und recherchiert, in welche Länder das Mineral exportiert wird.

Mica aus Madagaskar wird wegen seiner isolierenden Eigenschaften vor allem zur Herstellung von Kabeln für Elektrogeräte genutzt. 87 Prozent der Micaproduktion aus Madagaskar werden nach China exportiert und verarbeitet zum Beispiel von Panasonic (Japan), Fujikura (ein Hersteller von Kabeln für Elektrogeräte, Telekommunikation und Autos), der Prysmian Group (Kabelhersteller, zu den Eignern gehört die niederländische Firma Dutch Draka), Van Roll und Isovolta (beide Teil einer Schweizer Holding).

»Unternehmen kommen ihrer Pflicht nicht nach, sorgfältig zu prüfen, ob Kinder für ihre Produkte ausgebeutet werden«, sagte Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes. »Wir fordern Unternehmen dringend auf zu klären, wo ihre Rohstoffe herkommen und umgehend dafür zu sorgen, dass Zulieferer keine Kinder ausbeuten und grundlegende Sicherheitsstandards sofort umgesetzt werden.« Auch die Regierung von Madagaskar trage Mitverantwortung, hat nach Aussagen des Bergbauministeriums allerdings kaum Mittel, um die Minen zu kontrollieren. Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt.

Das Mineral Mica wird wegen seiner dekorativen Eigenschaften in Kosmetik und Autolacken verarbeitet und wegen seiner isolierenden Eigenschaften in Elektronik. Bereits im Jahr 2014 konnte terre des hommes massive Kinderarbeit in der indischen Micaindustrie nachweisen. Daraufhin gründete sich im Jahr 2017 die internationale »Responsible Mica Initiative«, in der sich Unternehmen wie BASF, L´Oréal und Merck zusammenschlossen um Kinderarbeit zu beenden.

Quelle: terre des hommes Deutschland e.V. (ots)

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