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Umfrage: Deutsche halten Russland für bedrohlicher als die USA

Archivmeldung vom 19.06.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.06.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Andrea Damm / pixelio.de
Bild: Andrea Damm / pixelio.de

Für 42 Prozent der Deutschen stellt die Außenpolitik Russlands eine Bedrohung dar, für 29 Prozent der Bevölkerung die Außenpolitik der USA. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid für das Nachrichtenmagazin Focus.

Die Deutschen in den neuen Bundesländern sehen die Außenpolitik der Vereinigten Staaten deutlich kritischer: Sie halten diese zu 38 Prozent für eine Bedrohung, die Bevölkerung im Westen lediglich zu 26 Prozent. Besonders amerikakritisch sind die Anhänger der Linkspartei: Sie halten die US-Außenpolitik zu 62 Prozent für bedrohlich. Die Außenpolitik Russlands finden sowohl Ostdeutsche (zu 40 Prozent) als auch Westdeutsche (43 Prozent) bedrohlicher als die der USA.

Studie: Russland-Krise könnte EU bis zu 100 Milliarden Euro kosten

Die Wirtschaftskrise in Russland hat offenbar weitaus schlimmere Konsequenzen für die Länder der Europäischen Union (EU) und die Schweiz als bislang erwartet. Nach einer Berechnung des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo), die der europäischen Zeitungsallianz LENA vorliegt, sind europaweit weit mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze und rund 100 Milliarden Euro an Wertschöpfung in Gefahr.

Die Wissenschaftler gehen in ihrer Studie von einem "Worst-Case-Szenario" aus. "Die Exportausfälle, die wir im Herbst vergangenen Jahres schlimmstenfalls angenommen hatten, sind inzwischen Realität", so Oliver Fritz, einer von drei Autoren der Studie. Dabei spielen die Sanktionen gegen Russland und die russische Reaktion darauf eine entscheidende Rolle. "Verändert sich die Lage nicht grundsätzlich, wird voraussichtlich unser besonders pessimistisches Szenario eintreten."

Der Effekt könnte lediglich dadurch abgemildert werden, dass die Unternehmen mehr in andere Länder exportieren. Dafür gebe es zumindest bei landwirtschaftlichen Produkten Anzeichen. Die europäischen Außenminister wollen am Montag in Brüssel über die Fortsetzung der Sanktionen gegen Russland entscheiden.

Die Diplomaten der Mitgliedsländer hatten sich bereits am Mittwoch darauf verständigt, die Sanktionen um weitere sechs Monate bis Ende Januar 2016 zu verlängern. Allein in Deutschland stehen den Berechnungen des Wifo zufolge mittelfristig knapp eine halbe Million Arbeitsplätze und rund 27 Milliarden Euro an Wertschöpfung auf dem Spiel.

Ändert sich an den Rahmendaten aus dem ersten Quartal 2015 nichts, könnte die andauernde Krise Deutschland in den nächsten Jahren etwas mehr als ein Prozent an Wirtschaftsleistung kosten. Keine andere große europäische Volkswirtschaft wäre so stark betroffen. Italien würde demnach etwas mehr als 200.000 Arbeitsplätze und 0,9 Prozent der Wirtschaftskraft verlieren, in Frankreich wären es knapp 150.000 und 0,5 Prozent. Die Annahmen und Schlussfolgerungen aus der Wifo-Studie sind damit andere als die im neuesten vertraulichen Sanktionsbericht der Europäischen Kommission, der in Diplomatenkreisen kursiert.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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