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Französischer Notenbankchef Noyer plädiert für Bankenunion

Archivmeldung vom 16.07.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.07.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Frankreichs Zentralbankchef Christian Noyer hält die Schaffung einer europäischen Bankenunion für einen der wichtigsten Ansätze zur Lösung der Euro-Krise. "Wir müssen das Problem an der Wurzel beheben. Die Verbindung zwischen Banken und Staaten muss durchtrennt werden" sagte Noyer im Interview mit dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe).

Die Europäische Zentralbank könne nicht auf Dauer Staatsanleihen ankaufen oder die Geschäftsbanken mit zusätzlicher Liquidität ausstatten. Damit die Geldpolitik in der Euro-Zone einheitlich funktioniere, müsse es eine "wirkliche Vereinheitlichung des Bankensystems geben", sagte Noyer. Der seit dem Jahr 2002 amtierende Chef der Banque de France, der auch dem Rat der EZB angehört, zeigt Verständnis für die Bedenken mancher Deutscher gegen eine gemeinsame Einlagensicherung: "Doch wir müssen gewährleisten, dass es ein integriertes System mit einem gleichen Niveau an Sicherheit gibt." Zunächst könne man einen Fonds als Rückversicherung einrichten, der hinter den nationalen Einlagensicherungen stehe, sagte er. Noyer wendet sich gegen Aufforderungen amerikanischer Ökonomen, die EZB solle noch mehr Geld ins Bankensystem pumpen und mehr Inflation zulassen: "Der Wachstumseffekt ist negativ." Mit Bundesbank-Präsident Jens Weidmann stimme er da vollkommen überein. Europas Politiker fordert Noyer auf, "den Willen der Gründungsväter wie Jean Monnet oder Konrad Adenauer wiederzuentdecken." Die heutigen Politiker müssten "der ganzen Welt beweisen, dass sie ein politisches Europa wollen, dass sie in Richtung auf ein föderales System vorangehen wollen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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