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McAllister: Unabhängiges Schottland könnte schnell EU-Mitglied werden

Archivmeldung vom 30.12.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.12.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
David McAllister (2016)
David McAllister (2016)

Foto: Olaf Kosinsky
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, David McAllister (CDU), hält einen Wiedereintritt Schottlands in die EU im Falle einer Loslösung von Großbritannien für einfacher als Beitritte neuer Mitgliedsstaaten.

"Da in Schottland als Teil des Vereinigten Königreichs die EU-Rechtsordnung gilt, wäre eine Aufnahmeprozedur vermutlich kürzer als bei einem Staat, der sich der EU erst schrittweise rechtlich, wirtschaftlich und politisch annähern muss", sagte McAllister dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Die "erste Voraussetzung dafür wäre, dass Schottland ein unabhängiger Staat wird", so der EU-Parlamentarier. Angesichts des forcierten Austritts Großbritanniens aus der EU sehe er jedoch durchaus, dass "eine neue Runde in diesem Kampf begonnen" habe, sagte McAllister mit Blick auf neuerliche Rufe der Schottischen Nationalpartei nach einem neuen Referendum über die schottische Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. Diese Forderungen stelle die regierende Nationalpartei vor allem, weil im Mai 2021 das schottische Parlament neu gewählt wird: Regierungschefin Sturgeon "will politisch Stimmung machen", so McAllister. "Sollte die SNP die Wahl gewinnen, nähme der politische Druck auf London weiter zu."

Den Brexit selbst halte er für einen historischen Fehler, sagte der Außenpolitiker weiter. Der EU-Austritt werde "schwerwiegende Folgen für das Vereinigte Königreich haben". Gleichwohl gelte es, diese freiwillige Entscheidung zu respektieren und nach vorne zu schauen. "Jetzt geht es um die Gestaltung unserer zukünftigen Beziehungen." Der Zeitrahmen der britischen Regierung, bis Ende 2020 die zukünftigen Beziehungen zur EU regeln zu wollen, ist laut McAllister allerdings "extrem ambitioniert". Ein detailliertes Freihandelsabkommen sei in wenigen Monaten jedenfalls nicht machbar, sagte er dem RND.

McAllister besitzt selbst sowohl die deutsche, als auch die britische Staatsbürgerschaft. Als Sohn eines Schotten beobachtet der frühere Ministerpräsident von Niedersachsen die Unabhängigkeits-Bestrebungen Schottlands mit großem Interesse: "Jedes Jahr bin ich in Schottland zu Besuch und verfolge täglich die schottischen Medien", sagte er dem RND. "Unter meinen Freunden und Bekannten sind sowohl Befürworter wie Gegner der Unabhängigkeit." Wenn das Thema jedoch leidenschaftlich diskutiert werden, halte er sich "diplomatisch zurück", so McAllister. "Das ist eine innerbritische beziehungsweise innerschottische Angelegenheit."

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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