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Dorfbewohner evakuiert, nachdem Unkontaktierte in Häuser eindringen

Archivmeldung vom 23.12.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.12.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Das angestammte Land der Mashco-Piro steht unter dem Druck von Holzfällern, Drogenschmugglern und Ölunternehmen. Bild:  © FENAMAD
Das angestammte Land der Mashco-Piro steht unter dem Druck von Holzfällern, Drogenschmugglern und Ölunternehmen. Bild: © FENAMAD

Ein Amazonas-Dorf in Peru soll heute mit Booten evakuiert werden, nachdem eine große Gruppe unkontaktierter Indigener in das Dorf eingedrungen war. Schätzungsweise bis zu 200 unkontaktierte Mashco-Piro kamen am Donnerstag in die Gemeinde Monte Salvado.

Nach Angaben der Dorfbewohner, die zum indigenen Volk der Yine gehören, plünderten die Mashco-Piro Häuser und stahlen Metallgegenstände, bevor sie sich in den Wald zurückzogen.

Der Großteil der Yine-Gemeinde war während des Vorfalls nicht im Dorf, weil sie die Gegend verlassen hatten, um bei lokalen Wahlen abzustimmen. Als sie zurückkehrten, fanden sie ihre Häuser verwüstet vor.

55 Dorfbewohner, die sich in einen Wachposten geflüchtet haben, sollen heute evakuiert werden.

Das Gebiet gehört zum angestammten Land der Mashco-Piro. Es ist bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass die Unkontaktierten in Monte Salvado auftauchen.

Unkontaktierte Indigene kommen bei ihrer Suche nach Macheten und anderen Metallgegenständen gelegentlich in Kontakt mit anderen indigenen Gruppen.

Die lokale Indigenen-Organisation FENAMAD fordert von Perus Regierung den Schutz des Landes der Mashco-Piro, das an vielen Stellen von illegalen Holzfällern und Drogenschmugglern übernommen wurde.

Die peruanische Regierung hatte erst vor einiger Zeit erklärt, ein neues Gebiet für die Erdölsuche erschließen zu wollen, das in der Nähe eines Reservates liegt, das den Mascho-Piro als Schutz dienen soll. Der ursprüngliche Plan für das Reservat hatte auch das Gebiet für den neuen Ölblock umfasst und wäre doppelt so groß gewesen.

Survival International, die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker, und FENAMAD fordern von der peruanischen Regierung einen Stopp des Vordringens von Außenstehenden; die Umsetzung eines Notfallplans, um nach dem Kontakt den Ausbruch gefährlicher Krankheiten unter den Mashco-Piro zu verhindern; und die sofortige Ausweitung ihres Schutzgebietes.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: „Unkontaktierte indigene Völker sind die bedrohtesten Gesellschaften unseres Planeten. Wenn das Überleben der Mashco-Piro gesichert werden soll, muss Peru schnell handeln, sonst könnten sie von eingeschleppten Krankheiten wie Grippe oder Masern ausgerottet werden, gegen die sie keine Abwehrkräfte ausgebildet haben. Den Mashco-Piro, wie allen unkontaktierten Völkern, droht eine Katastrophe, wenn ihr Land nicht geschützt wird.“

Quelle: Survival Deutschland

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