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Ratingagentur Standard & Poor`s stuft neun Euro-Länder ab

Archivmeldung vom 14.01.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.01.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Die US-Ratingagentur Standard & Poor`s (S&P) hat wegen der Schuldenkrise die Kreditwürdigkeit von neun Euro-Ländern herabgestuft. Wie die Agentur am Freitagabend in New York mitteilte, verlieren Frankreich und Österreich die Top-Bonität AAA und werden nun nur noch mit AA+ bewertet. Die Kreditwürdigkeit Italiens wurde sogar um zwei volle Notenstufen von A auf BBB+ gesenkt. Spanien, Portugal und Zypern verloren ebenfalls zwei Notenstufen, während Malta, die Slowakei und Slowenien eine Stufe einbüßten. Deutschland, die Niederlande, Luxemburg und Belgien hingegen behalten ihre bisherigen Noten.

Die Herabstufung Frankreichs könnte gravierende Auswirkungen auf die Rettungsbemühungen in der Euro-Schuldenkrise haben. Frankreichs Finanzminister François Baroin rief allerdings zu Gelassenheit auf. Der Verlust der Note AAA sei keine gute Neuigkeit, aber auch keine Katastrophe, erklärte Baroin am Freitagabend.

Führende Ökonomen in Deutschland sahen die Rating-Abstufung ebenfalls gelassen. Eine Herabstufung der Bonität erschwert die Refinanzierung. Ein gutes Rating ist die Voraussetzung dafür, dass sich Staaten und Banken zu guten Konditionen neues Geld am Finanzmarkt besorgen können.

FDP-Politiker Schäffler befürchtet für Deutschland höheres Haftungsrisiko bei EFSF

Nach Einschätzung des Finanzexperten der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, werden die erwarteten Länder-Herabstufungen durch die Ratingagentur Standard & Poor`s drastische Konsequenzen für Deutschland nach sich ziehen. Alleine die Herabstufung von Frankreich und Österreich führe dazu, "dass Deutschland nicht mehr rund 40 Prozent, sondern fast 75 Prozent zum Triple-A des Euro-Rettungsfonds EFSF beiträgt", sagte Schäffler der Onlineausgabe des "Handelsblatts". Der deutsche Garantierahmen von 211 Milliarden Euro werde daher nicht ausreichen. "Das wird auf Dauer auch das deutsche Rating belasten", warnte das FDP-Bundesvorstandsmitglied. "Jetzt rächt es sich, dass in der Überschuldungskrise von Staaten und Banken lediglich auf den Faktor Zeit gesetzt wurde", sagte Schäffler weiter. Die Krise könne aber nur marktwirtschaftlich gelöst werden. "Risiko und Haftung müssen zusammengeführt werden", betonte der FDP-Politiker. "Ansonsten geht die Sozialisierung von Verlusten immer weiter."

Wirtschaftsforscher Horn sieht Bedeutung von Länder-Ratings schwinden

Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, hält die Sorgen über die Herabstufung der Kreditwürdigkeit mehrerer Euro-Länder für überzogen. Unter Marktteilnehmern spreche sich allmählich herum, dass der "Informationsgehalt von Ratings gering" sei, sagte der Ökonom der Onlineausgabe des "Handelsblatts". "Insbesondere ist aber nunmehr klar, dass die EZB aus dem Hintergrund die Kurse durch hohe Liquiditätszufuhr an Banken und durch Aufkäufe von Staatsanleihen stabilisiert", so Horn. "Damit ist der Markt de facto nicht mehr auf Ratings angewiesen. Ihre Bedeutung schmilzt dahin und dies dient der Stabilität." Gleichwohl hält es Horn für möglich, dass durch die erwarteten Länder-Abstufungen kurzfristig die Kurse für Staatsanleihen noch einmal ins Rutschen geraten könnten. "Dies dürfte jedoch nicht lange anhalten", sagte der IMK-Chef. "Die Märkte haben schließlich schon fast alle negativen Entwicklungen eingepreist."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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