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Ex-US-Botschafter Kornblum droht Deutschland vor Abkehr von USA

Archivmeldung vom 03.06.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.06.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
John C. Kornblum (2012)
John C. Kornblum (2012)

Foto: Heinrich-Böll-Stiftung / Flickr: John Kornblum
Lizenz: CC-BY-SA-2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der ehemalige US-Botschafter John Kornblum hat Deutschland vor einer Abkehr von den Vereinigten Staaten gedroht. "Deutschland hat keine Alternative zu den USA", sagte Kornblum, der von 1997 bis 2001 der höchste US-Diplomat in Berlin war, der "Welt". Zugleich müsse die Bundesrepublik verstehen, dass eine Verbindung zwischen seinen transatlantischen und seinen europäischen Problemen bestehe.

"Deutschland steht vor dem Problem, dass ein großer Teil von Europa der Meinung von Donald Trump ist, was die deutsche Wirtschaftspolitik angeht", sagte Kornblum. Es gehe ein "Nord-Süd-Riss" durch Europa. Trump kritisiert Deutschland für seine Exportstärke, was auch Frankreich und die südeuropäischen Länder tun. Deutschland müsse nun erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg seine Grundinteressen klar definieren.

"Deutschland muss sich fragen, wer es sein will in Europa und im transatlantischen Verhältnis. Die beiden Grundpfeiler wanken." Die Bundesrepublik müsse erwägen, die Interessen anderer Europäer großzügiger anzuerkennen, sagte Kornblum. Die Ideen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Wolfgang Schäuble, etwa die Schaffung eines gemeinsamen Euro-Haushaltes für Investitionen, könnten ein guter Weg sein, sagte Kornblum.

"Die zentrale Frage ist: Was folgt aus der Tatsache, dass mindestens die Hälfte von Europa vielleicht nie die Erwartungen Deutschlands erfüllen kann", sagte Kornblum. "Griechenland wird nie Baden-Württemberg sein." Deutschland dürfe sich nicht nur als Musterschüler des Kontinents gerieren. "Die Deutschen sollten sagen: Wir leben in einem gelobten Land. Was können wir tun, um ihnen zu helfen?" Diese Frage werde hoffentlich nach der Bundestagswahl gestellt.

Hintergrund

Die Bundesrepublik Deutschland hat tatsächlich keine Alternative zu den USA. Immerhin sind nach offiziellen Zahlen noch mindestens 80.000 US-Soldaten an strategischen Positionen Deutschlands stationiert. Der größte Teil der Militärtechnologie basiert auf US-gesteuerter Technik und über 20 US-Unternehmen spionieren alle deutschen Unternehmen und Bürger rund um die Uhr legal aus. Defakto könnte die US-Armee jederzeit die militärische Kontrolle über Deutschland übernehmen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur / André Ott

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