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Millionen Blindgänger noch 50 Jahre nach dem Krieg

Archivmeldung vom 31.07.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 31.07.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Drei McDonnell F-4 Bomber und ein KC-135 Tankflugzeug über Nordvietnam
Drei McDonnell F-4 Bomber und ein KC-135 Tankflugzeug über Nordvietnam

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Vor 50 Jahren begann die US-Armee mit der Bombardierung von Laos - von den 270 Millionen Submunitionen aus Streubomben, die damals abgeworfen wurden, liegen noch heute ungezählte Millionen nicht explodiert im Land. Vor vier Jahren, am 1. August 2010, ist der Oslo-Vertrag in Kraft getreten, der Streubomben verbietet, die durch ihre vielen Blindgängern die Leiden von Kriegen wie in Laos über viele Jahre verlängern. Das Verbot gilt heute für 84 Vertragsstaaten, doch die USA sind bisher nicht beigetreten - und auch heute werden noch Streubomben eingesetzt, wie aktuell in Syrien.

Noch während des Krieges in Laos riss einer der Millionen Blindgänger der damals 16jährigen Peth Laktsabout ihr Bein ab. Eine Freundin starb neben ihr. Für die heute 60jährige Bauersfrau ist es unbegreiflich, dass die USA dem Streubombenverbot bis heute nicht beigetreten sind. Sie unterstützt als Teil der "Ban Advocates" von Handicap International die weltweite Kampagne gegen Streubomben CMC (Cluster Munition Coalition), die zum vierten Jahrestag des Verbots alle noch fehlenden Staaten aufruft, dem Vertrag beizutreten.

Auch die syrische Regierung hat das Streubombenverbot nicht unterzeichnet und hat diese Waffen seit genau zwei Jahren im nicht endenden syrischen Krieg wiederholt eingesetzt. Blindgänger aus Streubomben wurden ebenfalls in der Ukraine gefunden, wobei der Umstand des Einsatzes bislang noch unklar ist.

Peth Latsabout klärt heute die Kinder ihres Dorfes in Laos über die Risiken durch Blindgänger auf. Durch solche Aufklärungsprogramme, die Handicap International u.a. in Laos und Syrien durchführt, können in den betroffenen Ländern viele Unfälle verhindert werden. "Langfristig werden diese schrecklichen Waffen aber nur verschwinden, wenn alle Länder dem Verbotsvertrag beitreten und ihn konsequent umsetzen - also Streubomben nicht mehr lagern, einsetzen, herstellen oder in die Produktion investieren!" betont Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin von Handicap International Deutschland. Die Organisation hat als Gründungsmitglied der CMC zum 2008 beschlossenen Streubombenverbot entscheidend beigetragen. Die deutsche Regierung hat den Verbotsvertrag ratifiziert, Investitionen deutscher Geldinstitute in die Produzenten dieser Waffen sind jedoch immer noch nicht explizit verboten.

Quelle: Handicap International (ots)

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