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EKD-Ratsvorsitzender fordert mehr Rücksicht auf Entwicklungsländer

Archivmeldung vom 23.12.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.12.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Heinrich Bedford-Strohm (Nov. 2011)
Heinrich Bedford-Strohm (Nov. 2011)

Foto: Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, der bayrische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, fordert, bei der Umsetzung der Internationalen Freihandelsabkommen die Interessen der Entwicklungsländer stärker zu berücksichtigen. "Wenn das Abkommen so definiert wird, dass Liberalismus und freie Marktbeziehungen absolut gesetzt und damit Entwicklungsländer geschwächt werden, ist Freihandel problematisch", sagte er im Interview mit dem "Handelsblatt".

Ein völlig freier Markt richte nicht nur Schaden an, er könne sogar tödlich sein. "Wir brauchen einen klug geschaffenen Rahmen", mahnte Bedford-Strohm. Er habe in Südafrika erlebt, wie das Geschäft der dortigen Milchbauern durch hochsubventionierte Milchprodukte aus der EU kaputtgemacht worden sei. "Es macht keinen Sinn, solche Ungleichgewichte zu produzieren, um sie dann mit Entwicklungshilfe zu reparieren. Das passt nicht zusammen", so der EKD-Ratsvorsitzende. Die Frage müsse lauten: "Wie kann ein Markt gestaltet werden, damit auch die Schwächsten profitieren?"

Hart ins Gericht geht der Landesbischof auch mit Unternehmen, die sich ihrer Steuerpflicht durch geschickte internationale Unternehmenskonstruktionen entziehen. "Wenn Unternehmen sich ihrer Pflicht zur Steuerzahlung entziehen und gleichzeitig Segnungen des Staates wie etwa die Infrastruktur nutzen, ist das ethisch nicht in Ordnung. Das gilt auch für Banken, die dabei helfen", so Bedford-Strohm. Steuern zahlen sei ethisch geboten, weil sich nur die Reichen einen armen Staat leisten können. Nur dank Steuern könnten Staaten dafür sorgen, dass Schwächere auch leben können.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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