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Soziologe Michel Wieviorka: Gelbwesten kommen aus der unteren Mittelschicht, die Angst vorm sozialen Absturz hat

Archivmeldung vom 11.12.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.12.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Fragezeichen & Ahnungslos (Symbolbild)
Fragezeichen & Ahnungslos (Symbolbild)

Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Der französische Soziologe Michel Wieviorka hält die protestierenden Gelbwesten für "weder revolutionär noch reaktionär" und in keiner Weise politisch motiviert. "Es sind Menschen, die sich dagegen wehren, dass Macron sie die Zeche zahlen lässt für seinen Umbau der verkrusteten französischen Gesellschaft und Wirtschaft", sagte Wieviorka der Tageszeitung "neues deutschland".

In den Protestierenden erkennt der Soziologe nicht die Ärmsten der Armen, sondern die untere Schichten der Mittelklasse. "Es sind Leute, die bisher mit ihrem Einkommen einigermaßen ausgekommen sind, die jetzt aber an der Schwelle zur Verarmung und zum sozialen Absturz stehen und die davor Angst haben." Dabei ist die Bewegung keinesfalls geeint, glaubt Wieviorka, der an der Pariser Hochschule für Sozialstudien zu (Jugend-)Gewalt, Terrorismus, Rassismus und Sozialen Bewegungen forscht und lehrt. Stattdessen sieht er die Möglichkeit, "dass sich die Bewegung aufsplittet in eine gemäßigte Minderheit, die Verhandlungsbereitschaft zeigt, und eine Mehrheit, die stur bleibt, die jedes Zugeständnis von Macron als unzureichend zurückweist und die sich immer mehr radikalisiert."

Für Frankreich könnten sich die Massenprotesten "katastrophal" auswirken: "Vor allem hat all das einen extrem negativen Einfluss auf Macrons Wirken für eine Reform des Europaprozesses, für konstruktive Beziehungen zu den USA, Russland und China, für den Kampf gegen den Terrorismus und die Lösung internationaler Konflikte. DWer im eigenen Land nicht für Ruhe, Ordnung und Harmonie sorgen kann, von dem nimmt doch niemand Ratschläge an."

Quelle: neues deutschland (ots)

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