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G20-Staaten beschließen globale Steuerreform

Archivmeldung vom 10.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Lila: G20-Mitgliedssaaten Hellblau: Staaten die indirekt durch die Mitgliedschaft der EU repräsentiert werden (keine G20-Mitglieder), Pink: Dauerhafte Gäste
Lila: G20-Mitgliedssaaten Hellblau: Staaten die indirekt durch die Mitgliedschaft der EU repräsentiert werden (keine G20-Mitglieder), Pink: Dauerhafte Gäste

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die G20-Staaten haben die globale Mindeststeuer beschlossen. "Endlich können sich große Konzerne nicht mehr ihrer Steuerpflicht entziehen", schrieb Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Samstagnachmittag auf Twitter nach dem G20-Finanzministertreffen in Venedig.

"Dafür habe ich lange gekämpft. Jetzt geht es an die Umsetzung, damit die Steuer ab 2023 greifen kann", kündigte der Minister an. Im Fokus der Steuerreform sind dabei besonders große und profitable Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 20 Milliarden Euro und einer Ertragsmarge von zehn Prozent und mehr.

Von ihnen sollen mehr Steuern als bislang dort landen, wo die Kunden sitzen. Nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts profitiert Deutschland von dieser geplanten weltweiten Umverteilung von Besteuerungsrechten. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Studie im Auftrag des Bundesfinanzministeriums hervor, über die die "Welt am Sonntag" berichtet. Demnach taxieren die Wirtschaftswissenschaftler die jährlichen Mehreinnahmen aus der ersten Säule des Reformpakets auf 0,7 bis 0,9 Milliarden Euro.

Union kritisiert G20-Steuerreform

Die Union hat den von den G20 unterstützten Vorschlag zur Reform des internationalen Steuerrechts kritisiert. "Die heutige Einigung der G20 hätte einen Meilenstein in der Geschichte des internationalen Steuerrechts darstellen können", sagte die finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Antje Tillmann, am Samstag. Statt eines großen Schrittes hin zu mehr Steuergerechtigkeit erlebe man genau das Gegenteil. "Sie dient wenigen Industrieländern. Die OECD-Steuerreform dürfte auch nicht dazu führen, dass der schädliche Steuerwettbewerb endet", so Tillmann. Seit Beginn des OECD-Projekts zur Reform der Weltsteuerordnung habe man als CDU/CSU-Bundestagsfraktion diese Arbeiten unterstützt. "Dabei sollten aggressive Steuergestaltungen multinationaler Digitalkonzerne bekämpft und dem schädlichen Steuerwettbewerb unter den Staaten eine Untergrenze gesetzt werden. Beide Ziele werden mit dieser Reform nicht erreicht", kritisierte die CDU-Politikerin. Besonders enttäuschend sei der "Papiertiger" Mindestbesteuerung. "Der Finanzminister konnte sich nicht durchsetzen, sie als Mindeststandard zu vereinbaren. Ursprünglich sollte mit der Idee der ruinöse Steuerwettbewerb begrenzt werden", sagte sie. Stattdessen könnten die 132 zustimmenden Staaten trotz Einigung nun selbst wählen, ob sie die Mindestbesteuerung einführen. "Es ist völlig unklar, wer in den nächsten Jahren hier Wort hält. Es ist selbst unklar, ob die EU mitmacht, da drei Mitgliedstaaten unter den sieben Kritikern sind, wir aber für eine EU-weite Einführung deren Zustimmung bedürfen", bemängelte Unions-Finanzexpertin. Schließlich zementierten die G20 und die OECD mit den Ausnahmen für die Finanzbranche und die Rohstoffindustrie die Ausbeutung der Entwicklungsländer und ließen diese im internationalen Steuerwettbewerb allein. "Die Ergebnisse sind eine Bankrotterklärung für die Steuergerechtigkeit. Eine historische Chance ist vertan", so Tillmann.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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