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US-Kongress: Miese Wortwahl vergrault Wähler

Archivmeldung vom 13.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
US-Flagge: Einwohner nicht begeistert von Kongress. Bild: w.r.wagner/pixelio.de
US-Flagge: Einwohner nicht begeistert von Kongress. Bild: w.r.wagner/pixelio.de

Der Kongress der Vereinigten Staaten ist extrem unbeliebt, denn die Wortwahl der Abgeordneten und Senatoren ist kälter als jemals zuvor. Eine Studie der University of British Columbia hat den deutlichen Verlust von warmer, zustimmender Sprache im Kapitol festgestellt.

"Wenn Kongressmitglieder ein positiveres Ansehen in der Öffentlichkeit herstellen möchten, dann müssen sie ihre Wortwahl überdenken. Unsere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Wählerschaft aufmerksam zuhört und Abgeordnete favorisieren, die eine prosoziale Sprache beherrschen", erklärt Co-Autor Karl Aquino.

Dynamik von Vokabeln

Die Studie der kanadischen Forscher bestand aus einer Analyse von etwa 124 Mio. Wörtern aus öffentlichen Reden des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten zwischen 1996 und 2014. Mit einem speziellen Algorithmus durchsuchte ein Computer sämtliche gesprochene Wörter auf prosoziale (also besonders positive, hilfsbereite und konstruktive) Sinnbezüge.

Es verschwanden Wörter, die gewöhnlich Assoziationen mit Attributen wie nett, gebildet, tolerant und kooperativ auslösten. Mit dem Abhandenkommen dieser Vokabeln sank im Verlauf der Zeit auch das öffentliche Ansehen des Kongresses. In der Studie beachteten die Forscher auch viele weitere Faktoren, wie etwa die Arbeitslosenrate. Dennoch war die neuartige Wahl der Vokabeln das stärkste Anzeichen für die Veränderung der Stimmung in den USA.

Sinkendes Ansehen

Seit 2002 verschlechterte sich die Meinung der US-Öffentlichkeit über die US-Legislative signifikant. Waren es vor 13 Jahren noch etwa 50 Prozent der Allgemeinheit, die den Kongress guthießen, sind es 2014 gerade einmal knappe zehn Prozent. In dieser Hinsicht spielen vor allem die Medien eine wichtige Rolle, denn eine sehr prosoziale Sprache bedeutet auch eine positive Medienberichterstattung.

Quelle: www.pressetext.com/Sabrina Manzey

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