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Ex-US-Aufseherin warnt wegen laxer Regulierung vor Europas Banken

Archivmeldung vom 22.10.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.10.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Sheila C. Bair
Sheila C. Bair

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die ehemalige US-Bankenaufseherin Sheila Bair hat vor strukturellen Risiken im europäischen Finanzsektor gewarnt. "Europas Banken erfüllen mich mit Sorge. Sie operieren mit viel zu viel geborgtem Geld. Und die europäischen Regulierer lassen den Banken viel zu viel Spielraum dabei zu entscheiden, was als Kapitalkissen gilt", sagte sie im Interview mit dem "Handelsblatt".

"Aus meiner Sicht sollten sich die europäischen Steuerzahler Sorgen machen." Sie äußerte zudem Zweifel daran, dass die internationalen Großbanken im Krisenfall problemlos zerlegt werden könnten. Sie sieht die Regulierer in den USA in der Pflicht, die Institute bereits jetzt auseinanderzunehmen. "Das Minimum wäre, die Banken zu einer Vereinfachung ihrer Strukturen zu zwingen. Das Einlagengeschäft sollte einfacher vom Rest zu isolieren sein. Das würde auch dem Management mancher Banken helfen ihr Institut wirklich zu verstehen", sagte sie.

Bair rät den Aufsichtsräten und Aktionären der Wall Street, die Institute zur Selbstzerlegung zu zwingen und nicht auf die Entscheidung der Regulierer zu warten. "Viele Institute sind an der Börse weniger Wert als die Summe ihrer Einzelteile. Demnach hätten die Aktionäre mehr davon, wenn sie auseinander genommen würden", so Bair.

Sheila Bair gehört zu den mächtigsten und gefürchtetsten US-Bankenkritikern. Die Republikanerin war bis 2011 fünf Jahre lang Chefin der Aufsichtsbehörde FDIC und wehrte sich gegen die staatliche Bankenrettung. Heute arbeitet sie für einen Think Tank in Washington. In ihrem Buch "Bull by the Horns" rechnet sie mit vielen ihrer Aufsichtskollegen ab, die sie als zu bankenfreundlich beschreibt.

Zeitung: USA beteiligen sich kaum an Euro-Rettung

Von allen Anleihen des Europäischen Rettungsfonds EFSF haben die USA weniger als 6 Prozent gekauft - die Asiaten (vor allem China) dagegen 25 Prozent. Das berichtet die "Bild-Zeitung" (Montagausgabe) mit Verweis auf interne Berechnungen des Euro-Rettungsfonds EFSF. Der EFSF verkauft Anleihen mit der Top-Rankingnote "AAA", für die die Euro-Staaten bürgen. Seit Januar 2011 bis Mitte Oktober 2012 hat der EFSF so insgesamt 50 Milliarden Euro zu relativ niedrigen Zinsen bei Anlegern eingesammelt und auftragsgemäß an Euro-Krisenstaaten wie Griechenland weitergereicht.

Die Hauptabnehmer des EFSF kommen aus den Euro-Staaten selbst (50 Prozent), dann folgt Asien, dann Großbritannien (13 Prozent). Die USA laufen unter "Sonstige", die zusammen auf sechs Prozent kommen. Der geringe US-Anteil gilt in Expertenkreisen als Beweis für das "Misstrauen", ob der Euro Bestand hat.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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