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Genscher warnt vor neuem Kalten Krieg mit Russland

Archivmeldung vom 20.11.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.11.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Hans-Dietrich Genscher Bild: fdp-bw.de
Hans-Dietrich Genscher Bild: fdp-bw.de

Der ehemalige Außenminister Hans Dietrich Genscher hat in den Beziehungen zwischen Russland und dem Westen vor einem neuen Kalten Krieg gewarnt. Europa leiste sich in seinem östlichen Teil "eine Auseinandersetzung, die unzeitgemäßer nicht sein könnte, die Kräfte bindet, die Vertrauen zerstört und die blind macht für gemeinsame Interessen", schreibt Genscher in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt". Deswegen sei es wichtig, wieder den Dialog mit Russland zu suchen statt der Konfrontation.

"Stabilität in und für Europa gibt es nur mit Russland und nicht ohne und erst recht nicht gegen Russland", mahnte er. Anstatt im Nato-Russland-Rat miteinander zu sprechen, werde von allen Seiten Flagge gezeigt, in der Luft, zu Wasser und zu Lande. "Eine bellizistische Ost-West-Debatte erstickt die Chancen eines konstruktiven Dialogs", kritisiert Genscher und sagt: "Verbale Aufrüstung war noch immer der Anfang von Schlimmerem. Deshalb sollten wir jetzt mit der verbalen Abrüstung beginnen." Die Politik müsse einen neuen Anfang wagen, "mit neuem Denken". Die Erfolge der europäischen Einigung sieht der ehemalige Außenminister als Vorbild für eine Neugestaltung der Beziehungen zu Russland. "Warum schaffen wir nicht einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, der die Europäische Union und Russland einschließt?", so Genscher. Zur globalen Verantwortung Europas gehöre auch, "dass wir für viele eine Zukunftswerkstatt für eine neue Weltordnung geworden sind".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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