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Tusk warnt vor Zerstörung der EU durch "Brexit"

Archivmeldung vom 13.06.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.06.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: D Smith, on Flickr CC BY-SA 2.0
Bild: D Smith, on Flickr CC BY-SA 2.0

EU-Ratspräsident Donald Tusk befürchtet weitreichende Folgen eines möglichen Austritts der Briten aus der EU: "Als Historiker fürchte ich: Der `Brexit` könnte der Beginn der Zerstörung nicht nur der EU, sondern der gesamten politischen Zivilisation des Westens sein", sagte Tusk in einem Interview mit der "Bild".

Politisch würde ein Austritt alle radikalen Anti-Europäer in den EU-Staaten anfeuern, so der EU-Ratspräsident weiter. "Mehr noch: Am Tag des Austritts der Briten würden unsere äußeren Feinde Champagner trinken. Wir sollten alles daran setzen, ihnen diese Party zu verderben."

Zugleich widersprach er dem Eindruck, für die Briten würde sich nach einem Austritt wenig ändern. "Jede Familie weiß: Eine Scheidung ist für alle traumatisch." Wirtschaftlich hätte jeder in der EU Nachteile, aber vor allem die Briten selbst, so Tusk.

"Die Kampagne für den `Brexit` hat eine sehr klare Botschaft: `Lasst uns austreten. Nichts wird sich ändern, alles wird bleiben wie immer.` Nun, das ist falsch", betonte der EU-Ratspräsident. "Nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem geopolitisch wäre es ein Rückschlag für Großbritannien. Warum ist das so gefährlich? Weil niemand die langfristigen Folgen vorhersehen kann. "

Tusk rechnet bei "Brexit" mit jahrelangen Verhandlungen

Donald Tusk, Präsident des Europäischen Rates, rechnet im Falle eines "Brexit" mit jahrelangen Verhandlungen mit London. Das mögliche Auflösen aller vertraglichen Verbindungen bei einem Votum für den Austritt aus der EU bezeichnete Tusk in einem "Bild"-Interview als "traurig, aber vergleichsweise einfach." Alleine dieser Prozess werde vermutlich zwei Jahre in Anspruch nehmen. Insgesamt rechnet Tusk damit, dass bei einem Austritt Großbritanniens bis zu einem Neubeginn der Beziehungen mit der EU sieben Jahre vergehen könnten. "Jedes einzelne der dann 27 EU-Mitgliedsländer sowie das Europäische Parlament müssen dem Gesamtergebnis zustimmen. Das wird mindestens fünf Jahre in Anspruch nehmen, und ich fürchte, ohne jede Erfolgsgarantie", so Tusk.

Europäische Finanzaufseher sprechen sich gegen "Brexit" aus

Die europäischen Finanzaufseher sprechen sich für ein Verbleiben der Briten in der Europäischen Union und gegen einen "Brexit" aus. "Jeder wünscht sich, dass sich die Briten für die EU entscheiden, ich auch", sagte der Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, dem "Tagesspiegel"). Sollten die Briten für den "Brexit" votieren, sei das vor allem für die Großbanken ein Problem. "Die größten Institute bekämen die größten Probleme", betonte Hufeld. "Sie haben die meisten Handelsaktivitäten mit beziehungsweise in London." Auch die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt die Frage ernst. Die EZB, die die Großbanken beaufsichtigt, hat bereits eine "anlassbezogene Manndeckung" eingerichtet.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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