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Immer weniger Deutsche ziehen in die Vereinigten Staaten

Freigeschaltet am 26.10.2020 um 08:09 durch Andre Ott
Statistisches Bundesamt
Statistisches Bundesamt

Bild: Eigenes Werk /OTT

Das Ergebnis der 59. Präsidentschaftswahl der Vereinigten Staaten am 3. November wird mit Spannung erwartet. Die erste Wahl für auswanderungswillige Deutsche waren die USA in den vergangenen Jahren nicht mehr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, zogen 9 782 (3,6 %) der insgesamt 270 294 deutschen Abwanderinnen und Abwanderer im Jahr 2019 in die Vereinigten Staaten.

Im Jahr 2016 - dem letzten Jahr der US-Präsidentschaft von Barack Obama - erkoren 12 781 (4,5 %) von insgesamt 281 411 deutschen Abwanderinnen und Abwanderer die Vereinigten Staaten zu ihrem neuen Zuhause. Trotz sinkender Tendenz zählten die USA im vergangenen Jahr noch immer zu den Top-3-Abwanderungszielen, nur in die Nachbarländer Schweiz (16 340) und Österreich (11 904) zog es mehr Deutsche.

Bereits seit dem Jahr 2015 wanderten von Jahr zu Jahr weniger Deutsche in die Vereinigten Staaten ab. Im Jahr 2004 belegten die Staaten letztmals den ersten Platz der Beliebtheitsskala der Abwanderungsziele. Damals zogen 12 976 deutsche Abwanderinnen und Abwanderer in die USA. Weniger als 10 000 Fortzüge wie im vergangenen Jahr in die Vereinigten Staaten verzeichnete die amtliche Statistik zum letzten Mal 1982 (nur für das frühere Bundesgebiet).

Demgegenüber zogen 19 186 US-Amerikanerinnen und Amerikaner im Jahr 2019 nach Deutschland; das waren 1 087 Zuzüge weniger als im Vorjahr. Im Jahr 2016 verzeichnete die amtliche Statistik 20 736 Zuwanderinnen und Zuwanderer mit US-amerikanischer Staatsangehörigkeit.

Seit 2017 ziehen mehr Personen von den USA nach Deutschland als umgekehrt

Die Betrachtung der Wanderungssalden, sprich die Zuzüge aus den USA gegenüber den Fortzügen in die USA, offenbaren einen weiteren interessanten Aspekt: Seit 2017 zogen insgesamt mehr Personen von den Vereinigten Staaten nach Deutschland als umgekehrt. Daraus ergab sich 2017 für die USA, die hierzulande oft als typisches Einwanderungsland assoziiert werden, aus deutscher Perspektive ein positiver Wanderungssaldo von 4 771 Personen im Jahr 2017 (2018: +3 556 Personen; 2019: +3 334 Personen). Betrachtet man nur Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, so halten sich seit 2017 Zuzüge aus den USA und Fortzüge in die USA nahezu die Waage (2017: +62 Deutsche, 2018: -303 Deutsche sowie 2019: -284 Deutsche). Zuvor war seit 1991 durchgängig eine Nettoabwanderung deutscher Personen in die USA zu verzeichnen.

Zahl der Einbürgerungen 2019 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen

Ob der Umzug in die Vereinigten Staaten von Dauer ist oder die USA nur Wahlheimat für einen begrenzten Zeitraum sind, kann zum Zeitpunkt des Fortzugs sicherlich nicht immer beantwortet werden. Wer sich einbürgern lässt, ist in den Vereinigten Staaten auf Dauer angekommen. Im Jahr 2019 ließen sich laut Jahresbericht des Office of Immigration Statistics (OIS) 843 600 Erwachsene (ab 18 Jahre) in den USA einbürgern, davon rund 81 000 aus Europa und 4 745 aus Deutschland. Nach einem Rückgang der Einbürgerungen von Personen, die in Deutschland geboren wurden, im Jahr 2017 (3 879) ist die Zahl dem OIS zufolge in den vergangenen beiden Jahren wieder gestiegen (2018: 4 284 Eingebürgerte aus Deutschland).

Umgekehrt haben im vergangenen Jahr 1 205 US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner die deutsche Staatsangehörigkeit per Einbürgerung erworben und damit 460 mehr als im Vorjahr (2018: 745). Von den 2019 Eingebürgerten lebten nur rund 300 in Deutschland. Die Einbürgerungen von US-Amerikanerinnen und Amerikanern erfolgten meistens im Ausland als sogenannte Alt- und Wiedergutmachungsfälle (840 von 915 Auslandsfällen). Der Blick auf die vergangenen 20 Jahre zeigt mit jährlichen Schwankungen eine steigende Tendenz in Hinblick auf Einbürgerungen von US-Bürgerinnen und Bürgern. Dabei sind die Einbürgerungen aus dem Ausland deutlich stärker gestiegen als die Einbürgerungen im Inland (2000: 45 Einbürgerungen im Ausland und 120 Einbürgerungen im Inland).

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)

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