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BIZ warnt vor Gefahren für die Finanzstabilität

Archivmeldung vom 20.10.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.10.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel in der Schweiz.
Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel in der Schweiz.

Foto: David Croll/Keimzelle
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt immer eindringlicher vor den Folgen der lockeren Geldpolitik weltweit. "In der Tat sehen wir das Risiko, dass die derzeitige Geldpolitik aus globaler Perspektive zu Gefahren für die Finanzstabilität beitragen könnte", sagte Claudio Borio, Leiter der Abteilung für Volkswirtschaft und Geldpolitik, im Interview mit der "Welt". "Das Zinsniveau scheint weltweit zu niedrig, um langfristig für Preis- und Finanzstabilität zu sorgen."

Borio ist der Nachfolger des bekannten BIZ-Chefvolkswirts William White, der frühzeitig vor der Finanzkrise der Jahre 2007/08 gewarnt hatte. Die Baseler Ökonomen sehen nun Parallelen zu den damaligen Risiken. "Die jetzige Konstellation scheint nicht nachhaltig und hat bereits zu gewissen Übertreibungen geführt. In dieser Hinsicht ähnelt die Situation durchaus der Phase vor der Finanzkrise, als wir ebenfalls vor zu viel billigem Geld gewarnt haben", sagte Borio, der damals an Whites Seite arbeitete.

Die Gefahr von Blasen sehen die BIZ-Ökonomen an verschiedenen Stellen des Finanzsystems. In mehreren Schwellenländern sowie in einigen Industrieländern sehen sie die klassischen Ungleichgewichte: "Das Kreditvolumen hat stark zugenommen, oft begleitet von stark ansteigenden Immobilienpreisen. Ähnliches, zumindest in qualitativer Hinsicht, war in vielen Industrieländern vor der Finanzkrise zu beobachten", sagte Borio.

In den von der dieser Krise am stärksten betroffenen Industriestaaten beobachte man heute ein anderes Phänomen. "Der Risikoappetit hat sich seit einiger Zeit auseinanderentwickelt: Während an den Finanzmärkten bis vor Kurzem hohe Risiken eingegangen worden sind, ist in der Realwirtschaft das Gegenteil zu beobachten." Manager hätten das billige Geld lieber in Übernahmen oder Aktienrückkäufe gesteckt, statt es in ihr eigenes Geschäft zu investieren.

"Das ist ein klares Signal, dass etwas schiefläuft", sagte Borio. "An den Finanzmärkten haben Investoren verzweifelt nach Rendite gesucht, was zu sehr geringen Risikoaufschlägen bei Wertpapieren und zu historisch geringer Volatilität geführt hat. Dazu trägt die expansive Geldpolitik sicherlich auch bei."

Viele Notenbanker haben in den vergangenen Monaten durchaus Sympathie für die Analysen der BIZ gezeigt, werfen ihr allerdings vor, kein Gegenmodell für eine alternative Geldpolitik zu haben. "Ein umfassendes Modell, das alles berücksichtigt, gibt es in der Tat nicht. Das kann ich nicht bestreiten", sagte Borio dazu. Dennoch sieht er die Notenbanken in der Pflicht, stärker auf die Finanstabilität und die Gefahr von Übertreibungen zu achten: "Wer politische Entscheidungen treffen muss, hat leider oft nicht den Luxus, warten zu können, bis alles bis ins letzte Detail modelliert ist."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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