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EZB will Europas Großbanken unter die Lupe nehmen

Archivmeldung vom 10.07.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.07.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: SarahC. / pixelio.de
Bild: SarahC. / pixelio.de

Die Europäische Zentralbank wird schon zum Jahreswechsel Europas Großbanken durchleuchten. Die EZB werde "ganz tief in alle Bilanzen schauen", kündigte Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" an. Der Notenbank sei klar, dass sie ihre Glaubwürdigkeit beschädige, wenn sie die Prüfung nicht ordentlich erledige. Sie trage als Aufseher die Verantwortung Für den Fall, dass die EZB dabei bei weiteren Geldhäusern zu viele faule Papiere entdeckt, seien zuallererst die Banken in der Verantwortung, so Dijsselbloem. "Wir haben unseren Ansatz geändert, wie wir mit maroden Banken umgehen."

Die Institute könnten Kapital zeichnen, Töchter verkaufen oder fusionieren, Anteilseigner und Gläubiger an den Kosten beteiligen. Auch nationale Abwicklungsfonds könnten genutzt werden. Erst ganz am Ende stehe der Euro-Rettungsfonds ESM zur Hilfe bereit. "Wir haben zu lange das Prinzip verfolgt, erst ein öffentlich finanziertes Netz aufzuspannen", sagte Dijsselbloem weiter. "Das ist vorbei. Jetzt stehen private Investoren in der Pflicht." Angesichts des Streits zwischen EU-Kommission und Bundesregierung um die Abwicklung von Banken warnte der Euro-Gruppen-Chef vor unklaren Kompetenzen. Unter Verweis auf frühere Streitigkeiten sagte er, die Euro-Gruppe dürfe "nicht wieder in die Situation kommen, dass die Entscheidung verschleppt wird, weil sich nationale Vertreter darüber zerstreiten, wer die Rechnung zahlt". Die Währungsgemeinschaft brauche klare Regeln und klare Entscheidungsbefugnisse, um "schnell und effizient" zu entscheiden.

Die Europäische Zentralbank wird voraussichtlich ab Herbst 2014 die großen Banken der Euro-Länder direkt beaufsichtigen. Zuvor müssen alle 130 Geldhäuser nachweisen, dass ihre Bilanzen sauber sind. Andernfalls müssen sie nachbessern, im schlimmsten Fall können sie auch abgewickelt werden. Ziel der zentralen Aufsicht ist es, das europäische Finanzsystem sicherer zu machen. Bisher hatten nationale Aufseher immer wieder verhindert, marode Banken zu schließen.

Das Interview mit Eurogruppenchef Dijsselbloem wurde gemeinsam mit dem "Guardian", dem "Figaro", "El País" und "Il Sole 24 Ore" geführt.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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