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Deutschland missachtet UN-Empfehlungen: Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Archivmeldung vom 09.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Eisernes Kreuz als Hoheitszeichen der Bundeswehr
Eisernes Kreuz als Hoheitszeichen der Bundeswehr

Weltweit werden in bewaffneten Konflikten rund 250.000 Kinder als Soldaten eingesetzt und zum Kämpfen gezwungen. Sowohl reguläre Armeen als auch nichtstaatliche Rebellengruppen rekrutieren Kinder und missbrauchen sie als Kämpfer, Spione oder Hilfskräfte für die Truppen. Dies erklärte das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes zum diesjährigen Red Hand Day am 12. Februar. Der Red Hand Day ist der globale Aktionstag gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten.

Auch Deutschland erfüllt manche der von den Vereinten Nationen vorgegebenen Schutzverpflichtungen gegenüber Minderjährigen nicht. Dies verdeutlicht der Schattenbericht Kindersoldaten 2013, den das Deutsche Bündnis Kindersoldaten Ende Januar in Berlin vorgestellt hat. Die Bundeswehr rekrutiert rund 1000 minderjährige Freiwillige pro Jahr und nutzt damit eine Schutzlücke im internationalen Menschenrechtssystem, die staatlichen Armeen diese Praxis ermöglicht. Die große Mehrheit der 193 Vertragsstaaten der UN-Kinderrechtskonvention hat sich freiwillig gegen jede Form der Rekrutierung Minderjähriger entschieden. terre des hommes setzt sich für eine weltweite Einhaltung der 18-Jahresgrenze bei Militärrekrutierung und -werbung ein.

»Auch Deutschland muss endlich die 18-Jahresgrenze bei der Rekrutierung von Bundeswehrsoldaten anerkennen. Doch obwohl der Ausschuss für die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen Deutschland seit fünf Jahren auffordert, die Altersgrenze auf 18 Jahre anzuheben, rekrutiert die Bundeswehr jedes Jahr ungefähr 1000 17-Jährige Freiwillige. Unser Appell ist deshalb auch: Die Bundeswehr soll künftig ausschließlich bei Erwachsenen werben und ihre Werbung unter Minderjährigen in Schulen sofort einstellen«, sagte Ralf Willinger, Kinderrechtsexperte von terre des hommes. Ferner fordert terre des hommes ein Verbot von Waffenexporten in Konfliktregionen und an Staaten, die Menschenrechte verletzen und Kindersoldaten rekrutieren. »Das wäre ein wahrhaft wirkungsvoller Schutz von Kindern vor dem Einsatz in bewaffneten Konflikten und damit einer der schlimmsten Formen des Missbrauchs«, so Ralf Willinger.

Quelle: terre des hommes Deutschland e.V. (ots)

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