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Vizepräsident der EU-Kommission: Lobbyisten sollen Geldquellen offenlegen

Archivmeldung vom 03.02.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.02.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Siim Kallas, hat von Lobbyisten die Offenlegung ihrer Geldquellen gefordert. "Es muss klar zu sehen sein, woher das Geld stammt", sagte der aus Estland stammende Kommissar dem Tagesspiegel am Sonntag.

Die EU-Kommission strebe eine Lobbyisten-Datenbank an, aus der der jeweilige Zweck und die finanziellen Quellen einer im Rahmen der EU tätigen Lobbygruppe hervorgehe, sagte der EU-Kommissar. Im März werde die Kommission mit der Diskussion über die Details der Datenbank beginnen. "Wir gehen davon aus, dass die Datenbank mit dem Beginn des Jahres 2008 fertig sein wird", sagte der für Verwaltung, Audit und Betrugsbekämpfung zuständige Kommissar. Die Kommission baue bei ihrem Vorhaben eines Lobbyisten-Registers auf das Verantwortungsgefühl der Interessenvertreter.
Nach Schätzungen gibt es 15000 Lobbyisten und 2600 Interessenverbände in Brüssel. Nach Ansicht von Kallas ist die Bedeutung der EU für die Interessenvertreter noch gestiegen, seit in Brüssel etwa die für die Wirtschaft wichtige Dienstleistungs- und die Chemikalienrichtlinie "Reach" beschlossen worden ist. "Alle Organisationen verstärken ihre Präsenz in Brüssel. Deshalb brauchen wir Klarheit."
Das Interesse an einer Lobbyisten-Datenbank geht offenbar auch von Interessenvertretern aus, die "schwarze Schafe" ausschließen wollen. Kallas wies darauf hin, dass es unter den Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Gruppen gebe, die mit Anzeigenkampagnen auf sich aufmerksam machten, aber in Wirklichkeit wirtschaftliche Interessen verträten. Zudem setzte sich Kallas für eine größere Transparenz im Umgang mit Dokumenten der EU-Kommission ein.

Quelle: Pressemitteilung Der Tagesspiegel

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