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Ex-Regierungsbeauftragter: Afghanistan-Berichte waren zu positiv

Archivmeldung vom 23.12.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.12.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bergstraße in Afghanistan. Bild: Bundeswehr/Stollberg/Martin Sollberg
Bergstraße in Afghanistan. Bild: Bundeswehr/Stollberg/Martin Sollberg

Die Bundesregierung hat nach Einschätzung ihres früheren Beauftragten für Afghanistan, Michael Steiner, in regelmäßigen Fortschrittsberichten über den Einsatz in der Region ein zu positives Bild der Lage vor Ort vermittelt.

"Es standen keine Lügen drin. Auch keine Falschdarstellungen. Aber wenn es Erfolge gab, dann sind sie auch ausführlich dargestellt worden, etwa im Schulwesen", sagte Steiner der "Süddeutschen Zeitung". "Die Berichte waren in Teilen vielleicht allzu zuversichtlich", räumte Steiner ein. Eine systematische Verschleierung der tatsächlichen Misserfolge in Afghanistan wie in den USA habe es aber nicht gegeben.

"Das haben wir nicht gemacht. Das geht so nicht in Deutschland", sagte er. Über eine Praxis der Verschleierung hatte die "Washington Post" nach Auswertung jahrelang unter Verschluss gehaltener Akten berichtet. Steiner, einst außenpolitischer Berater von Bundeskanzler Gerhard Schröder, war von 2010 bis 2012, Afghanistan-Beauftragter der Bundesregierung. In dieser Zeit war er auch verantwortlich für die Erstellung der jährlichen Afghanistan-Fortschrittsberichte. Diese wurden zwischen 2010 und 2014 jährlich dem Bundestag übermittelt.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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