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Laut Analyse soll Notre-Dame nur noch wenige Minuten vom Einsturz entfernt gewesen sein

Archivmeldung vom 18.07.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.07.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Notre-Dame: Ansicht des brennenden Dachstuhls von Süden
Notre-Dame: Ansicht des brennenden Dachstuhls von Süden

Foto: LeLaisserPasserA38
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

„Der Kampf um Notre-Dame“ ist mithilfe eines riskanten Planes und des mutigen Einsatzes der Feuerwehrleute erfolgreich beendet worden. Hätte es dies nicht gegeben, wäre die Kirche wenige Minuten später eingestürzt, schreibt die amerikanische Zeitung „The New York Times“.

Notre-Dame: Dachstuhl vor dem Brand
Notre-Dame: Dachstuhl vor dem Brand

Foto: Bernard Hasquenoph
Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "Sputnik" schreibt weiter: "Beim Anbringen der provisorischen Dachabdeckung und anhand einer Analyse sowie von Dokumenten als auch der Angaben von Augenzeugen ergab sich, dass niemand damals tatsächlich wusste, wie knapp die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame vor ihrem Einsturz war. Ganz am Anfang der Katastrophe soll viel Zeit dadurch verloren worden sein, dass die in der Kirche Beschäftigten nicht sofort reagiert haben.

Den ersten Fehler beging der für das Warnsystem verantwortliche Mitarbeiter. Er hatte erst drei Tage auf dem für ihn neuen Posten gearbeitet und kannte den Bauplan noch nicht so gut. Zuerst ist er in ein falsches Gebäude der Kirche, die Sakristei, gegangen. Danach soll er, anstatt die Feuerwehr zu benachrichtigen, seinen Chef angerufen haben, der schon unterwegs war. Er konnte ihn aber lange nicht erreichen - ein weiterer Fehler, der viel Zeit kostete. Als der Chef zurückrief, hatte er schließlich den Wächter gebeten, den Dachboden der Kirche zu überprüfen, wo schon seit eine halbe Stunde das Feuer wütete.

Inzwischen hatte der Brand die hölzernen Dachkonstruktionen erreicht, den sogenannten „Wald“ der Kathedrale. Die Feuerwehrleute seien zuerst 300 Stufen hochgestiegen, mussten dann aber sofort zurück, weil, so das Blatt, sie das Ausmaß des Feuers unterschätzt hatten. Nur eine kleine Gruppe mutiger Feuerwehrleute sei schließlich direkt in die Flammen gegangen. Das war „der letzte verwegene Versuch die Kathedrale zu retten“, schreibt die Zeitung.

Der Wind fachte das Feuer weiter an und verbreitete es bis auf die Kirchtürme. Dann wurde das Einsturzrisiko dadurch wesentlich erhöht, dass die gewaltigen Glocken der Türme an hölzernen Konstruktionen hingen. Der Brand dort musste um jeden Preis gelöscht werden, da sonst die Glocken herabgestürzt wären und das Mauerwerk durchschlagen hätten.

Eine kleine Gruppe von mutigen Feuermännern hat sich dem Risiko ausgesetzt, den Süd-Turm hochzuklettern. Vom Süd-Turm erreichten sie den Nord-Turm und konnten das Feuer mit Schläuchen eindämmen.

Bis heute sind die Ursachen für den Brand unklar. Während der letzten drei Monate sollen 100 Menschen befragt worden sein, was aber auch keine Antwort brachte. Es sei bestimmt kein „Verbrechen“ gewesen – zitierte das Blatt den französischen Leiter der Ermittlungen.

Vermutlich hing der Brand mit den Renovierungsarbeiten zusammen - in den Baugerüsten wurden Zigarettenstummel der Arbeiter gefunden."

Quelle: Sputnik (Deutschland)


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