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Syrien: Bevölkerung flieht vor schweren Angriffen auf die Stadt Al Safira - 76 Tote, 450 Verletzte

Archivmeldung vom 25.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Doris Oppertshäuser
Ärzte ohne Grenzen
Ärzte ohne Grenzen

Nach schweren Kämpfen und Luftangriffen im Bezirk Al Safira bei Aleppo haben die medizinischen Einrichtungen in der Stadt vom 1. bis 15. Oktober 76 Tote registriert. 450 Verletzte wurden dort innerhalb von fünf Tagen behandelt. Diese Kliniken werden von Ärzte ohne Grenzen unterstützt, die Organisation hat aber dort keine eigenen Mitarbeiter. 34 Verwundete aus Al Safira wurden in einem von Ärzte ohne Grenzen selbst betriebenen Krankenhaus in der Region Aleppo behandelt. 130.000 Bewohner des Bezirks Al Safira sind vor den Angriffen, die am 8. Oktober begannen, geflohen. Die humanitäre Hilfe für die Vertriebenen reicht bei Weitem nicht aus.

"Diese extrem brutalen Angriffe zwangen Menschen, die wegen des Bürgerkrieges bereits geflohen waren, zu einer weiteren Flucht", sagt Marie-Noëlle Rodrigue, Leiterin der Projektabteilung von Ärzte ohne Grenzen in Paris. Fast die gesamte Zivilbevölkerung der Stadt Al Safira und der umliegenden Flüchtlingslager, in denen Ärzte ohne Grenzen Hilfe leistete, ist geflohen. "Diese Menschen kommen nun in Gebiete, in denen sich bereits viele Vertriebene aufhalten und wo sehr wenige Hilfsorganisationen mit einer großen Notlage konfrontiert sind", so Marie-Noëlle Rodrigue.

Viele Menschen sind in die Stadt Manbij nordöstlich von Aleppo geflohen. Freiwillige Helfer des Roten Halbmonds haben dort insgesamt fast 200.000 Vertriebene registriert. Sie schätzen die Zahl der neu Angekommenen auf 100.000, haben aber die Registrierung abgebrochen, weil sie keine Hilfsgüter für sie haben. Die Kapazitäten zur Aufnahme von Vertriebenen in der Gegend sind völlig erschöpft. Viele Familien wurden in öffentlichen Gebäuden oder in landwirtschaftlichen Betrieben untergebracht. In unfertigen Häusern ohne Türen und Fenster leben bis zu zehn Familien in einer Wohnung. Andere wurden in einem eilig errichteten Lager auf einem Parkplatz mit nur einer Toilette untergebracht. Die Vertriebenen kamen völlig mittellos und stehen nun vor einem weiteren Kriegswinter.

Ärzte ohne Grenzen leistet weiterhin Nothilfe und versorgt Menschen, die verletzt oder vertrieben wurden. Die Organisation ruft andere Hilfsorganisationen dazu auf, mehr humanitäre Hilfe zu leisten. Denn die Hilfe, die aktuell für die Bevölkerung in äußerst schwierigen Lebensbedingungen geleistet wird, ist nicht ausreichend.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen, die sowohl aus internationalen als auch aus syrischen Mitarbeitern bestehen, sind aktuell in sechs Krankenhäusern und mehreren Gesundheitszentren im Norden des Landes tätig. Von Juni 2012 bis September 2013 haben die Teams mehr als 90.000 medizinische Behandlungen durchgeführt, sie haben rund 4.500 Operationen geleistet und 1.400 Geburten begleitet.

Quelle: Ärzte ohne Grenzen (ots)

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