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Italien: Regierung macht Corona-Green-Pass für alle Arbeitnehmer zur Pflicht

Archivmeldung vom 17.09.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.09.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Impfausweis (Symbolbild)
Impfausweis (Symbolbild)

Foto: Australian Government (Services Australia)
Lizenz: CC BY 3.0 au
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Wie eine Ministerin am Mittwoch mitteilte, wird Italien als erstes europäisches Land den Green Pass ab dem nächsten Monat für alle Arbeitnehmer, einschließlich des Privatsektors, verpflichtend machen. Es gibt jedoch immer noch Widerstand gegen eine breitere Anwendung des Passes. Dies berichtet das Magazin "RT DE".

Weiter berichtet RT DE: "Der Green Pass, ein digitales oder Papierzertifikat, das belegt, dass jemand mindestens eine Impfdosis erhalten hat, negativ getestet wurde oder kürzlich von dem Virus genesen ist, wurde ursprünglich entwickelt, um das Reisen zwischen den EU-Staaten zu erleichtern. Italien gehörte jedoch zu einer Gruppe von Ländern, die den Green Pass auch für den Zugang zu Einrichtungen wie Museen, Fitnessstudios und Restaurants zur Bedingung machten.

Später wurde die Nutzung des Green Passes auf Lehrer und das Schulpersonal ausgeweitet, obwohl es in der Koalition der nationalen Einheit von Premierminister Mario Draghi zu Spannungen bei diesem Thema kam.

Die Ministerin für regionale Angelegenheiten, Mariastella Gelmini, erklärte bei einer Kabinettssitzung am Donnerstag, man sei bereit, noch weiter zu gehen. Sie sagte gegenüber RAI Radio: "Wir steuern auf einen obligatorischen Green Pass zu, nicht nur für die Beschäftigten des öffentlichen Sektors, sondern auch für die des privaten Sektors. Der Impfstoff ist die einzige Waffe, die wir gegen COVID-19 haben, und wir können die Infektion nur eindämmen, wenn die große Mehrheit der Bevölkerung geimpft wird."

Das Nichtvorhandensein eines Green Passes kann dazu führen, dass Arbeitnehmer suspendiert werden und ihren Lohn verlieren. Es war nicht gleich klar, ob dies ein Grund für eine Entlassung sein könnte.

Italien ist nach Großbritannien das Land mit der zweithöchsten COVID-19-Todesrate in Europa. Seit dem ersten Auftreten der Pandemie Anfang 2020 sind dort mehr als 130.000 Menschen an der Krankheit gestorben. Etwa 73 Prozent der insgesamt 60 Millionen Bürger haben mindestens eine COVID-19-Impfung erhalten, und 65 Prozent sind vollständig geimpft – Zahlen, die weitgehend mit denen der meisten anderen EU-Länder übereinstimmen.

Die Kabinettssitzung am Donnerstag könnte angespannt verlaufen, da sich der Vorsitzende der mitregierenden Partei Lega, Matteo Salvini, wiederholt gegen eine Ausweitung des Green Passes gewehrt hat, während seine Partei in dieser Frage intern gespalten ist.

Draghi traf sich am Mittwoch mit Gewerkschaftsführern, um die Pläne zu erläutern. Maurizio Landini, der Vorsitzende der größten Gewerkschaft des Landes, CGIL, sagte anschließend zu Reportern, es sei wichtig, dass die Tests für Arbeitnehmer, die sich nicht impfen lassen wollen, kostenlos sein sollten: "Die Menschen sollten nicht für ihre Arbeit bezahlen."

Die Gegner des Green Passes sagen, dass er die Freiheiten mit Füßen tritt und ein Hintertürchen ist, um die Menschen zur Impfung zu zwingen. Die Überlegungen, den Green Pass nur für Beschäftigte des öffentlichen Sektors verbindlich zu machen, haben bereits gedämpfte Proteste ausgelöst, die möglicherweise noch stärker ausfallen würden, wenn er auf private Unternehmen ausgedehnt würde.

Mehrere andere europäische Länder verwenden den Gesundheitspass für Freizeitaktivitäten und Reisen, aber keines hat ihn für alle Beschäftigten des öffentlichen oder privaten Sektors zur Pflicht gemacht."


Quelle: RT DE

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