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Tornadoeinsatz in Afghanistan: Afghanischer Außenminister erwägt Parteiaustritt aus den Grünen

Archivmeldung vom 10.10.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.10.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

"Ich erwäge einen Austritt", sagt der afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta, der auch Mitglied der deutschen Grünen ist, im Interview mit VANITY FAIR. Sollte die Mehrheit der Grünenfraktion einer Verlängerung des ISAF-Mandates und des Tornadoeinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan bei der Abstimmung am Freitag im Bundestag nicht zustimmen, überlege er, die Partei zu verlassen.

"Ich hoffe immer noch, dass die grünen Abgeordneten eine vernünftige Entscheidung treffen werden: Die Verlängerung des ISAF- und des Tornado-Einsatzes", sagt Dadfar Spanta.

Der Außenminister verbrachte über 20 Jahre im Exil in Deutschland und ist seit 1994 Mitglied der Grünen. Kurz bevor er Außenminister in Kabul wurde, kandidierte er für den Aachener Stadtrat. Dadfar Spanta äußert Unverständnis für die Haltung der Grünen: "Es waren grüne Parlamentarier hier in Afghanistan, um sich ein persönliches Bild von der Lage zu machen. Sie haben sich mit Frauengruppen und zivilgesellschaftlichen Organisationen getroffen und waren ganz begeistert davon, was wir hier in den letzten Jahren erreicht haben. Ich verstehe nicht, wie diese Freunde nach Deutschland zurückkehren können und dann so radikal ihre Meinung ändern. Das macht mich persönlich sehr traurig", sagte er.

Der Minister sprach sich auch gegen die von den Grünen geforderte strikte Trennung des ISAF-Einsatzes von der amerikanisch geführten "Operation Enduring Freedom" aus. "Man kann den Wiederaufbau in diesem Land nicht vom Kampf gegen den Terrorismus trennen", sagte er. "Ohne den Anti-Terroreinsatz hätte auch der Wiederaufbau keine Chance. Die USA machen hier die richtige Politik. Deswegen wollen die afghanischen Demokraten, die Intellektuellen und weite Teile der Bevölkerung, dass sie hier bleiben."

Quelle: Pressemitteilung VANITY FAIR

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