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CDU-Politiker in Berlin und Brüssel fordern Hygieneampel und strenge Klinikkontrollen im Kampf gegen gefährliche Keime

Archivmeldung vom 23.12.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.12.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Karl-Josef Laumann Bild: Techniker Krankenkasse, on Flickr CC BY-SA 2.0
Karl-Josef Laumann Bild: Techniker Krankenkasse, on Flickr CC BY-SA 2.0

Mehr Hygiene-Kontrollen in Krankenhäusern, weniger Antibiotika in der Tierhaltung: CDU-Politiker aus Bundesregierung und Europäischem Parlament fordern gezielte Maßnahmen im Kampf gegen multiresistente Keime. Sie reagieren auf bundesweite Recherche-Ergebnisse der Funke Mediengruppe, zu der auch die Westfalenpost gehört, der Zeit und des Recherchebüros Correctiv zu vermeidbaren Infektionsrisiken.

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, will Hygienemängeln in der Berliner Charité und in NRW-Kliniken nachgehen, die im Zuge der Recherchen aufgeflogen waren. Er werde die Klinikleitungen zur Rede stellen, sagte Laumann der Westfalenpost (WP): "Ich will wissen, warum das passiert ist." Dass "einige Krankenhäuser offensichtlich das Infektionsschutzgesetz nicht umsetzen, kann nicht toleriert werden". Laumann: "Wenn Krankenhäuser die Reinigung outgesourct haben, haben sie damit nicht die Verantwortung abgegeben."

Der Patientenbeauftragte plädiert für "mehr unangemeldete Hygienekontrollen in Kliniken". Gefordert seien die Aufsichtsbehörden der Länder und Kommunen. Laumann: "Wir haben vor Jahren in Altenheimen unangemeldete Kontrollen eingeführt. Was im Altenheim geht, geht im Krankenhaus ganz sicher." Ferner spreche vieles dafür, künftig nicht nur Risikogruppen, sondern alle Patienten vor der Klinikaufnahme auf gefährliche Keime zu testen.

"Vorbehaltlose Unterstützung" für unangemeldete Klinikkontrollen kommt von Dr. Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher der EVP, der größten Fraktion im Europaparlament. Im PIP-Skandal um minderwertige Brustimplantate hätten angekündigte Kontrollen "die kriminellen Machenschaften gedeckt", unter denen Tausende Frauen zu leiden hätten, so Liese. "Die wichtigste Lehre daraus: Dass es unangemeldete Kontrollen geben muss - für medizinische Produkte und für die grundsätzliche Hygiene im Krankenhaus."

Im Gespräch mit der Westfalenpost befürwortet Liese auch eine "Hygieneampel für Krankenhäuser". Wenn die im Nahrungsmittelbereich gefordert werde, wo "eine Verunreinigung nicht gleich Lebensgefahr bedeutet", sei sie in Kliniken überfällig. "Dinge, die direkten Einfluss auf Leben oder Tod haben", gehörten veröffentlicht.

Die Initiative der EU-Kommission für ein Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung müsse "sofort" umgesetzt werden, fordert Liese. Das angestrebte Verbot betrifft Antibiotika, gegen die Keime schon bei der Tiermast resistent werden und die dann als letztes Mittel beim Patienten nicht mehr wirken. "Lieber mal ein Tier notschlachten als ein Menschenleben gefährden", sagt Liese. Und: Reserveantibiotika sollten nur noch speziell geschulte Ärzte verordnen dürfen.

Quelle: Westfalenpost (ots)

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