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EZB unbeeindruckt von erwarteter Zinserhöhung in den USA

Archivmeldung vom 14.12.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.12.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Peter Praet Bild: European Central Bank
Peter Praet Bild: European Central Bank

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt sich durch die erwartete Zinserhöhung in den Vereinigten Staaten nicht beeindrucken. "In den USA beispielsweise ist die wirtschaftliche Erholung deutlich weiter fortgeschritten als in der Euro-Zone, die Arbeitslosigkeit ist niedriger und die Inflationsrate höher. Deshalb kann die amerikanische Wirtschaft höhere Zinsen verkraften. Wir sind noch nicht so weit", sagte der Chefvolkswirt der EZB, Peter Praet, der Wochenzeitung "Die Zeit".

Die US-Notenbank Federal Reserve hatte angedeutet, dass sie am Mittwoch die Zinsen anheben werde, was von vielen Investoren als Beginn einer Wende hin zu dauerhaft höheren Zinsen interpretiert wird. Praet räumte ein, dass sich die wirtschaftliche Lage in Europa verbessert habe. Es sei korrekt, dass sich "der Aufschwung festigt", sagte er. "Allerdings ist das Tempo noch gemäßigt, und die Inflation ist noch ein gutes Stück entfernt von dem Wert, den wir anstreben."

Inwieweit sich die Situation durch die Pläne des künftigen Präsidenten Donald Trump ändern könnte, sei noch nicht abzusehen. "Es gibt Anzeichen für eine künftig lockerere Finanzpolitik in den USA, die zu höheren Wachstumsraten führen soll. Aber das allein wird nicht reichen. Es kommt darauf an, die Wirtschaft produktiver zu machen.

Ein weiterer offener Punkt ist Protektionismus, der natürlich schädlich wirken würde, auch für Europa. Trump ist noch nicht Präsident. Wir wissen nicht, was er genau vorhat, und deshalb sollten wir vorsichtig sein", so Praet.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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