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Stationierung des US-Raketenabwehrsystems in Europa für Russland inakzeptabel

Archivmeldung vom 28.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
AEGIS-Einsatzzentrale: Combat Information Center (CIC) consoles aboard USS Normandy, 1997.
AEGIS-Einsatzzentrale: Combat Information Center (CIC) consoles aboard USS Normandy, 1997.

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Im Süden Rumäniens hat man mit der Stationierung einer Anlage des europäischen Raketenabwehrschildes der USA der Nato begonnen. Auf dem früheren Luftstützpunkt Deveselu soll ein amerikanischer Flieger- und Raketenabwehrkomplex „Aegis“ mit Standard-3-Abfangraketen stationiert werden. Das berichtet Oleg Nechaj bei Radio "Stimme Russlands".

Weiter heißt es dort: "Dieser Komplex ist für das Abfangen ballistischer Kurz- und Mittelstreckenraketen bestimmt. Für Russland ist die Stationierung von Elementen des amerikanischen Raketenabwehrschildes in Europa, insbesondere in Rumänien und in Polen, prinzipiell unakzeptabel. Das Mitglied des Gesellschaftlichen Rates bei der Militärindustrie-Kommission der Regierung der Russischen Föderation Michail Chodarenok sagt hierzu Folgendes:

„Die Stationierung von Raketenabwehrkomplexen in unmittelbarer Nähe der Positionierungsräume der Strategischen Raketentruppen und der Einsatzgebiete unserer strategischen U-Boot-Kreuzer kann den Begegnungs- oder Gegenschlag gegen einen wahrscheinlichen Gegner wesentlich schwächen. Deshalb vertritt Russland hier eine eindeutige Position: Das kann uns wesentlich schaden.“

Die Position der russischen Experten in dieser für die nationale Sicherheit so wichtigen Frage ist einhellig: die Stationierung von Elementen des Raketenabwehrschildes in Europa kann das strategische Nuklearpotential Russlands schwächen. Die russische Position bleibe deshalb unverändert, sagt der Direktor des Zentrums für strategische Konjunktur Iwan Konowalow:

„Obwohl das letzte Jahr die Situation etwas weniger kritisch geworden ist, hatte die kriegerische Rhetorik in früheren Jahren eine Grenze erreicht. Die russische Seite war zu äußersten Maßnahmen bereit. Doch mittels Verhandlungen konnte ein gewisser Konsens erzielt werden. Allerdings sind die Seiten zu keinerlei konkreter Vereinbarung gelangt. Russland hält deshalb an seinen Positionen fest.“

Die Amerikaner lehnen es ab, juristisch verbindliche Garantien zu geben, dass sich der amerikanische Raketenabwehrschild nicht gegen Russland richtet, sie belassen es lediglich bei mündlichen Beteuerungen. Iwan Konowalow bemerkt hierzu Folgendes:

„Das ist mit dem Wunsch der USA verbunden, einen gewissen Eisernen Vorhang um das Land zu ziehen gegen mögliche Raketenangriffe von außen her. Deshalb sind sie bereit, beliebige Maßnahmen zu ergreifen, um das durchzusetzen. Und wenn es um irgendwelche Garantien geht (umso mehr, wo Russland eine starke Atommacht ist), dass sich der Raketenabwehrschild nicht gegen Russland richtet, so wollen die USA zweifellos keine Garantien geben. Denn das untergräbt ihr Konzept des Aufbaus eines Eisernen Antiraketenschildes gerade um die USA.“

Ein konkreter Komplex möglicher Maßnahmen von Seiten Russlands auf die Entfaltung von Elementen des amerikanischen Raketenabwehrschildes sei bereits mehrfach genannt worden, betont der Experte. Das sind die Stationierung von Iskander-Raketenkomplexen im Gebiet Kaliningrad sowie bestimmte Aktivitäten der strategischen Raketentruppen, natürlich, wenn es die entsprechenden Anweisungen von der Landesführung geben sollte. Indessen ist die Wiederaufnahme der politischen Konfrontation zwischen Russland und den USA für keine Seite vorteilhaft. Beide Länder müssen jetzt im Gegenteil gemeinsam handeln und zum Beispiel das Problem der Bekämpfung des internationalen Terrorismus lösen."

Quelle: Text Oleg Nechaj - „Stimme Russlands"

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