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Borrell: Mehr als 550.000 EU-Bürger aus dem Ausland zurückgeholt

Archivmeldung vom 02.05.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.05.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Die größte Rückholaktion in der Geschichte der Europäischen Union ist weitgehend abgeschlossen, die meisten der infolge der Corona-Pandemie im Ausland gestrandeten EU-Bürger sind mittlerweile wieder heimgekehrt.

"Als der Gesundheitsnotstand weltweit seinen Höhepunkt erreicht hatte, waren viele Europäer im Ausland gestrandet und konnten nicht nach Europa zurückkommen", sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell der "Welt".

Davon seien rund 600.000 EU-Bürger betroffen gewesen. "Bis zum 1. Mai haben wir mehr als 550.000 Europäer wieder zu ihren Familien zurückgebracht – damit wurden 90 Prozent aus dem Ausland zurückgeholt." Dies sei auch das Ergebnis einer "einzigartigen konsularischen Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten", sagte Europas Chefdiplomat. "Wir werden weiterhin daran arbeiten, auch den restlichen zehn Prozent der im Ausland verbliebenen Europäer durch Rückholflüge zu helfen", so Borrell. Die groß angelegte Rückholaktion zeige, "dass die EU in der Lage ist, schnell und effizient auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren und ihre Bürger zu unterstützen".

Allein Deutschland hat bisher etwa 240.000 Menschen nach Hause geholt – mehr als jedes andere EU-Land. Berlin hat für die Luftbrücke 50 Millionen Euro bereitgestellt. Der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) in Brüssel übernahm bei der europaweiten Rückholaktion wichtige Koordinierungsarbeiten und sorgte mit dafür, dass Bürger anderer EU-Länder auch in den Flugzeugen eines bestimmten Mitgliedslandes mitfliegen konnten. Das sparte Kosten und beschleunigte oftmals die Rückkehr. In der Regel wurden Urlauber oder jüngere Menschen aus EU-Ländern, die sich im Rahmen eines Schüleraustausches oder eines Freiwilligenprogramms in Drittstaaten aufhielten, zurückgebracht. Die Rückkehr der verbliebenen 50.000 Europäer ist besonders schwierig. So erteilt Marokko beispielsweise bis heute kaum Landegenehmigungen. Auf den Philippinen, in Kamerun und in Indien können die EU-Bürger nur schwer zum Flughafen gelangen, weil weiterhin sehr strenge Ausgangsbeschränkungen gelten.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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