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Griechenland protestiert gegen Herabstufung der Kreditwürdigkeit

Archivmeldung vom 14.06.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.06.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Flagge von Griechenland
Flagge von Griechenland

Griechenland sieht die erneute Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor`s (S&P) kritisch. Die Entscheidung beziehe sich auf Gerüchte und Aussagen von Vertretern der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Zentralbank (EZB) und ignoriere intensive Unterredungen innerhalb der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF), teilte das griechische Finanzministerium am Montagabend mit.

Zudem würden auch die Bemühungen der griechischen Regierung, eine Verletzung der vertraglichen Verpflichtungen des Landes zu vermeiden, nicht berücksichtigt. Bis Ende Juni soll die Verpflichtung der Regierung von Premier Giorgos Papandreou auf die Reduzierung der Schuldenlast in einem Plan dokumentiert werden, hieß es aus Athen.

S&P hatte die Kreditwürdigkeit Griechenlands am Montag um drei Stufen von "B" auf "CCC" gesenkt. Zudem bleibt der Ausblick "negativ", was eine weitere Herabstufung nach sich ziehen könnte. Als Begründung wurde eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit einer Umschuldung angegeben, bei der Gläubiger womöglich auf einen Teil ihres Geldes verzichten müssen.

Durch die Herabstufung ist Griechenland nun das am niedrigsten bewertete Land der Welt. Die niedrigste Note ist eine Bewertung mit "D", was der Feststellung eines Zahlungs- und Kreditausfalls entspricht.

Wirtschaftsweiser: Banken können Griechen-Pleite verkraften

Der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt hält eine Umschuldung Griechenlands für machbar. "Die meisten deutschen Banken könnten den Schuldenschnitt durchaus verkraften", sagte er der "Rheinischen Post". Und im Falle eines Falles wäre es besser, wenn Deutschland seinen Banken direkt über seinen Bankenrettungsfonds hilft, als immer neue Milliarden für neue europäische Rettungsschirme zu geben. Die deutsche Milliarden-Hilfe hält Schmidt für zwingend. "Die Hilfe ist notwendig, damit Athen überhaupt weiter seine Renten, Ärzte und Beamten bezahlen kann. Die internationale Gemeinschaft wird nicht den Fehler aus dem Jahr 2008 wiederholen, als sie die Lehman-Bank pleitegehen ließ. Eine zweite Lehman-Krise wird keiner wollen", sagte Schmidt. Aber die neue Hilfe müsse mit mehr Anstrengungen der Griechen und der Beteiligung aller Gläubiger verbunden werden.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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