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Wikileaks-Gründer Assange traut Schweden nicht mehr

Archivmeldung vom 22.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Julian Assange Bild: Espen Moe / de.wikipedia.org
Julian Assange Bild: Espen Moe / de.wikipedia.org

Wikileaks-Gründer Julian Assange will nicht mehr mit den schwedischen Behörden kooperieren. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er auf dem englischen Landsitz seines Freundes und Förderers Vaughan Smith, er fürchte, dass eine Auslieferung nach Schweden nur ein erster Schritt für eine Überstellung in die USA sei. Dort bereite man nach Angaben seiner Anwälte eine Anklage wegen Spionage vor. Es gebe sogar Gerüchte, dass diese Anklage schon vorliege.

Die schwedische Untersuchung der Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn hält Assange für fehlerhaft und politisch manipuliert. Dass Dokumente der schwedischen Justiz internationalen Zeitungen zugestellt wurden, sei "der bewusste Versuch, das Recht zu beugen". Der schwedischen Staatsanwaltschaft, so Assange, wolle er daher nicht mehr helfen. In Großbritannien fühle er sich sicherer, sagte Assange, denn das britische Common-Law-System sei sehr viel offener, da sei es auch wahrscheinlicher, dass sich der wahre Hintergrund des Auslieferungsverfahrens offenbare.

Unterdessen arbeitet Assange weiter an den Enthüllungen durch seine Internet-Plattform Wikileaks. Nach der Zwangspause von neun Tagen in britischer Haft kann er seit dem vergangenen Donnerstag wieder uneingeschränkt im Internet operieren. Er steht lediglich unter Hausarrest, trägt eine elektronische Fußfessel und muss sich täglich bei der Polizei melden.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

 

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