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BDI-Präsident Kempf: Brasilien muss weiterhin auf Freihandel setzen

Archivmeldung vom 16.09.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.09.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Afrika will Schutzzölle
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Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

"Brasilien muss weiterhin Freihandel, Wirtschaftsreformen und Korruptionsbekämpfung ernsthaft vorantreiben." Das sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, am Montag anlässlich der 37. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage in Natal im Nordosten des Landes. "Mit mehr als 210 Millionen Einwohnern und seinen vielen Rohstoffen bietet Brasilien großes Potenzial für die deutsche Wirtschaft."

Das Land brauche jetzt Reformen bei Renten und Steuern sowie eine echte Entbürokratisierung der öffentlichen Verwaltung, sagte der BDI-Präsident. Unternehmen in Brasilien könnten dann mehr investieren und Arbeitsplätze schaffen. "Gesellschaftliche Offenheit sowie Wahrung von bürgerlichen Rechten und Rechtsstaatlichkeit sind ebenso wichtig für nachhaltiges unternehmerisches Handeln", betonte Kempf.

Neben den wirtschaftlichen Potenzialen sieht der BDI-Präsident auch kritische Themen, über welche die Wirtschaft miteinander sprechen müsse: "Die Regenwald-Rodungen in Brasilien bereiten der deutschen Wirtschaft große Sorgen. Der Schutz des Regenwaldes ist Teil unserer Bemühungen um globalen Klimaschutz."

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Mercosur hält Kempf für ein wichtiges Signal in Zeiten rückwärtsgewandter Abschottung: "Durch den Abbau von Zöllen werden deutsche und europäische Exportgüter in Südamerika wettbewerbsfähiger." Brasilien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Südamerika. Umgekehrt ist Deutschland der bedeutendste europäische Wirtschaftspartner für Brasilien.

Das Abkommen werde sich auch positiv auf die Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards im Mercosur-Raum auswirken: "Die Ausweitung des Handels wird nicht auf Kosten von Arbeits- und Umweltstandards gehen", sagte der BDI-Präsident.

Die 37. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage finden vom 15. bis 17. September in Natal statt. Die Konferenz wird vom BDI und dem brasilianischen Industrieverband CNI ausgerichtet. Zuletzt wurden die Wirtschaftstage im vorigen Jahr in Köln veranstaltet. Es werden etwa 1.000 Teilnehmer erwartet. Themen der zweitägigen Konferenz sind Handels- und Wirtschaftspolitik, Infrastrukturausbau, erneuerbare Energien, Umwelttechnologien, Digitalisierung, Agrarwirtschaft 4.0 sowie Kooperation in der Gesundheitswirtschaft.

Quelle: BDI Bundesverband der Deutschen Industrie (ots)

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