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Medien: Argentinien nimmt deutsche Firmen ins Visier

Archivmeldung vom 09.12.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.12.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
ARA San Juan
ARA San Juan

Foto: Martin Otero - Naval Base Mar del Plata
Lizenz: CC BY 2.5
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Bei der Suche nach den Verantwortlichen für die Tragödie des U-Bootes „ARA San Juan“ wurden argentinische Politiker bereits auf zwei deutsche Firmen aufmerksam, die an der Generalüberholung der Submarine teilgenommen haben. Dies berichtet die ARD. Den deutschen Unternehmen wird Bestechung vorgeworfen.

Die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "Sputnik" meldet weiter: "Laut der Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des argentinischen Unterhauses, Cornelia Schmidt-Liermann, besteht der Verdacht, dass es bei der Generalüberholung des U-Bootes, in die deutsche Firmen involviert waren, zu einer Bestechung kam.

„Alle Verdachtsmomente lassen annehmen, dass hier Korruption vorlag", sagte der argentinische Verteidigungsminister Oscar Aguad: Sogar eine Anzeige sei vor dem ersten Bundesgericht erstattet worden, in der es sich um „Korruption und Anomalien" gehandelt habe. Diese Missstände seien aber „unter den Teppich gekehrt" und nicht verfolgt worden. Zudem sollten laut einigen Aussagen die verwendeten Materialien nicht der erforderlichen Qualität entsprochen haben, so Aguad.

Laut ARD ist die Rede von den deutschen Unternehmen „Ferrostaal" und „EnerSys-Hawker", mit denen ein Vertrag über die Lieferung von 964 Batteriezellen im Gesamtwert von 5,1 Millionen Euro abgeschlossen worden sei. Mittlerweile sind argentinische Politiker sich sicher, dass dabei Bestechungsgeld floss.

In der letzten Funkverbindung des U-Boots vom 15. November hatte der Kapitän einen durch Meerwassereintritt verursachten Kurzschluss und Schwelbrand im Batteriesystem gemeldet. Drei Stunden später wurde eine Unterwasser-Explosion im Südatlantik registriert, seitdem ist die "San Juan" vermisst. Dabei sind bei den Reparaturarbeiten bis 2011 unter anderem die Batterien ausgetauscht worden.

Schmidt-Liermann behauptete, es habe schon einen ähnlichen Fall gegeben, als dieselben Firmen über die Lieferung von Schnellbooten an Argentinien und Chile verhandelt hätten. Damals sei eine entsprechende Vereinbarung zwar nicht zustande gekommen, das Bestechungsgeld sei jedoch gezahlt worden. Betreffende Aussagen seien sogar der deutschen Justiz weitergeleitet worden, so Schmidt-Liermann.

Allerdings sei offenbar nicht dokumentiert worden, welche Arbeiten die deutschen Firmen genau ausgeführt und ob sie überhaupt die Batterien selbst überwacht und abgenommen hätten. Deshalb habe Schmidt-Liermann eine Anfrage an die deutsche Bundesregierung gerichtet, um festzustellen, wer genau für den Batterietausch verantwortlich sei: „Es besteht der Verdacht, dass die Batterien, die ersetzt worden sind, teilweise oder ganz nicht von der Qualität waren, die sie hätten haben sollen. Wir wissen auch nicht, woher sie kamen, aus Deutschland oder einem anderen Land. Deswegen wollen wir wissen, welche Techniker dort vor Ort waren und wer dann unterzeichnet hat: So, das ist jetzt repariert".

Nach Angaben der ARD hat das Unternehmen „Ferrostaal" jede Verantwortung von sich gewiesen und behauptet, es habe lediglich den Antrag vermittelt. „EnerSys-Hawker", der Lieferant der Batteriezellen, habe bislang nicht Stellung genommen."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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