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DIHK in Sorge um Großbritannien-Geschäft deutscher Firmen

Archivmeldung vom 05.02.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.02.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Martin Wansleben, 2017
Martin Wansleben, 2017

Foto: Daphne Grathwohl
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, blickt besorgt auf den Streit um zwischenzeitlich ausgesetzte Brexit-Kontrollen in Nordirland. Das sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). "Aus Sicht der deutschen Wirtschaft ist es besorgniserregend, dass das Austrittabkommen samt Nordirlandprotokoll seit dem vollzogenen Brexit durch Großbritannien immer wieder infrage gestellt wird", so Wansleben. "Damit wird auch das gesamte UK-Geschäft für deutsche und europäische Unternehmen unsicherer."

Nordirland hatte am Mittwoch überraschend angekündigt, die Kontrollen für Güter aus Großbritannien auszusetzen. Am Freitag stoppte ein Gericht in Belfast den Vorstoß vorläufig. DIHK- Hauptgeschäftsführer Wansleben hob hervor, die EU sollte weiter entschlossen agieren und für die europäischen Wirtschaftsinteressen eintreten. "Auch die britischen Pläne zum Abweichen von EU-Regeln und Standards etwa im Datenschutz, bei Lebensmitteln oder in der Chemie erhöhen ganz konkret die Transaktionskosten für deutsche Unternehmen im UK-Geschäft", sagte er.

Angesichts der engen Vernetzung der Wirtschaft auf beiden Seiten des Ärmelkanals sei für die Unternehmen eine positive Zukunftsagenda von Eur opäischer Union und Großbritannien dringend nötig. So haben nach DIHK-Angaben deutsche Unternehmen in Großbritannien rund 2.500 Niederlassungen mit über 400.000 Beschäftigten. Britische Firmen kommen auf 1.500 Niederlassungen in Deutschland mit rund 300.000 Mitarbeitern.

Die seit dem Brexit-Referendum im Jahr 2016 anhaltende Verunsicherung schlage sich in einem immer weiter sinkenden Handelsvolumen nieder. Seither sei das Vereinigte Königreich von Platz fünf auf aktuell Platz zehn der wichtigsten Handelspartner gerutscht. "Aufgrund der Entwicklung und der bestehenden Herausforderungen erwartet der DIHK für das laufende Jahr 2022 einen weiteren Rückgang der Im- und Exporte", sagte Wansleben den Funke-Zeitungen. "Dann könnte das Vereinigte Königreich in der Liste Deutschlands wichtigster Handelspartner sogar ganz aus den Top 10 herausfallen."

Das Handelsvolumen zwischen der Bundesrepublik und Großbritannien hatte 2015 seinen Höhepunkt erreicht. Im Jahr vor dem Brexit-Votum tauschten die Länder Waren im Wert von 127,4 Milliarden Euro aus. Laut DIHK könnte das Handelsvolumen 2021 erstmals seit zehn Jahren die Schwelle 100 Milliarden Euro unterschreiten. Vor 70 Jahren, dem Jahr der Krönung von Queen Elisabeth II., lag das Handelsvolumen bei rund 760 Millionen Euro.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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