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Soziologe und Aktivist Clouet zu den Streiks in Frankreich: Die Regierung zwingt uns dazu

Archivmeldung vom 13.06.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.06.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Stephanie Hofschläger / pixelio.de
Bild: Stephanie Hofschläger / pixelio.de

Mit der Verschärfung der geplanten Reform des Arbeitsrechts in Frankreich im Senat wächst der Protest der Gegner. Für Dienstag rufen die Gewerkschaften und die Bewegung "Nuit Debout" erneut zu Demonstrationen auf - trotz der laufenden Fußballeuropameisterschaft. "Wenn ich zwischen der EM und meiner Zukunft wählen muss, dann wähle ich meine Zukunft", sagt der Soziologe und Aktivist Hadrien Clouet im Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland" (Dienstagausgabe).

Er habe kein Problem damit, die EM zu sabotieren. "Wenn die Regierung uns dazu drängt, bleibt uns keine andere Wahl. Es wird sich einfach über das Parlament hinweggesetzt und ein Gesetz durchgedrückt, obwohl es die Mehrheit der Franzosen ablehnt", so Clouet.

Clouet ist Doktorand der Soziologie am Pariser Institut für politische Studien Sciences Po. Der Arbeitsmarktexperte kritisiert neben der geplanten Flexibilisierung der Arbeitszeit und der Abschaffung der 35-Stunden-Woche auch das Zustandekommen der Reform. "Das »El-Khomri-Gesetz« wurde allein von der Regierung geschrieben - ohne Sozialpartner." Von der Veränderung des Arbeitsrechts wären fast alle Arbeitnehmer in Frankreich betroffen. "Das erklärt, warum so viele Franzosen die Streiks in Kauf nehmen und selbst auf die Straße gehen", meint Clouet.

Quelle: neues deutschland (ots)

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