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Griechenland fordert von EU-Gipfel Votum für Finanzhilfen

Archivmeldung vom 19.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: premiumpresse
Bild: premiumpresse

Griechenland hat von den europäischen Staats- und Regierungschefs ein rasches Votum für Finanzhilfen gefordert: Der EU-Gipfel Ende kommender Woche müsse eine Entscheidung fällen, sagte der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou bei einem Besuch im Europaparlament in Brüssel. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich mehrfach gegen vorschnelle Finanzhilfen ausgesprochen.

Papandreou verwies auf die Zusage der EU-Kommission, Vorschläge für einen Finanzierungsmechanismus zu Gunsten Griechenlands zu unterbreiten. "Es ist wichtig, nächste Woche beim Gipfel eine Entscheidung zu treffen", sagte er. "Wir müssen das geladene Gewehr auf den Tisch legen, um sicherzustellen, dass die Märkte angemessen reagieren", sagte Papandreou weiter. Nur mit einer klaren Hilfszusage der EU könne sein Land zu vernünftigen Konditionen am Finanzmarkt Geld leihen, um die Rekordschulden von mehr als 300 Milliarden Euro gegenzufinanzieren.

Auch Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) schloss der griechische Ministerpräsident nicht mehr aus. "Wir halten uns alle Optionen offen", sagte Papandreou am Mittwochabend nach einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Griechenland bevorzuge aber eine "europäische Lösung".

Merkel hatte in der Haushaltsdebatte im Bundestag bekräftigt, eine "vorschnelle Hilfe" für Griechenland sei der falsche Weg und schwäche den Euro. Sollten die Euro-Länder Griechenland bilaterale Kredite in Aussicht stellen, fürchtet die Bundesregierung einen Dominoeffekt. Dann könnten auch angeschlagene Euro-Länder wie Spanien und Portugal Hilfen einfordern.

Merkels Vorstoß, als letztes Mittel gegen Haushaltssünder Länder aus der Euro-Zone auszuschließen, wies Papandreou zurück. "Jemanden zu bestrafen und rauszuschmeißen wäre nicht nur eine Niederlage des betroffenen Landes, sondern der ganzen (Europäischen) Union", warnte er vor dem Sonderausschuss des Europaparlaments zur Finanzkrise.

Auch die französische Finanzministerin Christine Lagarde wandte sich gegen die von Deutschland geforderte Änderung der europäischen Spielregeln. "Es scheint mir nicht wünschenswert, den Vertrag von Lissabon tiefgreifend zu reformieren", sagte Lagarde nach Gesprächen bei der EU-Kommission in Brüssel.

Quelle: premiumpresse

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