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General verkündet Militärputsch in Burundi

Archivmeldung vom 13.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Pierre Nkurunziza am World Economic Forum on Africa in Kapstadt (2008)
Pierre Nkurunziza am World Economic Forum on Africa in Kapstadt (2008)

Foto: Flickr upload bot
Lizenz: CC BY-SA 2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

In dem ostafrikanischen Land Burundi hat offenbar das Militär die politische Macht an sich gerissen: Der General und frühere Geheimdienstchef Godefroid Niyombare sagte in einer Radioansprache, dass das Militär die Abwesenheit von Präsident Pierre Nkurunziza für den Putsch genutzt habe.

"Präsident Pierre Nkurunziza ist aus seinem Amt entfernt und die Regierung aufgelöst worden", so der General. Nkurunziza hält sich seit Mittwoch in Tansania zu einem Krisengipfel der Ostafrikanischen Gemeinschaft auf, auf dem über die Situation in Burundi beraten werden soll.

In dem dicht besiedelten Land, das auf dem Index für die menschliche Entwicklung der Vereinten Nationen auf Platz 180 von 187 liegt, war es in den vergangenen Wochen zu teils gewalttätigen Massenprotesten gekommen, nachdem Präsident Nkurunziza seine Pläne für eine dritte Amtszeit bekanntgegeben hatte. Bei den Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des Präsidenten sowie zwischen Demonstranten und der Polizei wurden mindestens 20 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt.

Krise in Burundi: Zehntausende fliehen

Wegen der sich zuspitzenden Lage in Burundi findet heute in Tansania ein Krisengipfel der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) statt. Laut UN sind seit Mitte April rund 50.000 Menschen aufgrund der Unruhen um die Präsidentschaftswahl aus Burundi in Nachbarländer geflohen.

"Kurz vor den Wahlen ist die Situation in der Hauptstadt Bujumbura unsicher und unberechenbar" so Pascal Bizimana, der Leiter der fünf SOS-Kinderdörfer des Landes. Die Demonstrationen seien heftiger geworden, Autos stünden in Flammen und die Polizei habe bei Auseinandersetzung mit den Demonstranten 20 Menschen erschossen. Immer mehr Stadtteile seien betroffen, so die Meldungen von vor Ort.

Der SOS-Kinderdorf-Chef rechnet bis zu den Wahlen am 26. Juni mit noch gewalttätigeren Unruhen. "Wir haben uns vorbereitet. Die Essensvorräte aufgestockt. Noch gehen wir nicht davon aus, dass das Dorf selbst angegriffen werden wird. Einige unserer SOS-Mitarbeiter haben jedoch jetzt schon große Probleme aufgrund der gewalttätigen Proteste zur Arbeit zu kommen", so der Leiter Bizimana.

Sie seien sehr beunruhigt. Je näher die Wahlen rückten, desto mehr spitze sich die Lage zu, berichtet Bizimana. "Mehrere SOS-Mitarbeiter haben ihre Familien bereits in sicherere Gegenden Burundis oder nach Ruanda geschickt", sagt der nationale Direktor von SOS-Burundi.

Quelle: dts Nachrichtenagentur / SOS-Kinderdörfer weltweit (ots)

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