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Entwicklungsminister: EU muss ärmeren Staaten Impfstoffe liefern

Archivmeldung vom 08.12.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.12.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Vollkommen fragwürdige Impfstoffe werden am Menschen, statt an Tieren, getestet (Symbolbild)
Vollkommen fragwürdige Impfstoffe werden am Menschen, statt an Tieren, getestet (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die Europäische Union aufgefordert, sich zu einer Weitergabe von Impfstoffen an Entwicklungsländer zu verpflichten. "Ich halte es für dringend erforderlich, dass die EU schnellstens zu rechtsverbindlichen Abkommen für die Belieferung ärmerer Staaten mit Impfstoffen kommt", sagte Müller dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

"Wir müssen sicherstellen, dass auch dort Ärzte, Pfleger und Risikogruppen rasch geimpft werden - und zwar nicht erst, wenn die westliche Bevölkerung durchgeimpft ist", sagte Müller. Das sei ein Gebot der Solidarität. Er fügte hinzu: "Klar ist doch: Die Pandemie ist erst zu Ende, wenn wir sie weltweit besiegt haben."

Notwendig sei zudem, die globale Impfstoffplattform Covax besser finanziell auszustatten. "Ich sehe hier neben den USA aber auch die Unternehmen in der Pflicht, die durch die Pandemie Dutzende Milliarden verdient haben, insbesondere Digitalkonzerne wie Amazon, Google, Facebook oder Apple", sagte Müller. Er setze dabei aber nicht auf staatliche Eingriffe wie Steuern. "Ich bin davon überzeugt, dass das ohne staatlichen Zwang geht, auch mit Hilfe von öffentlichem Druck, Einsicht und Verantwortung." Müller forderte zudem einen Schuldenerlass für Entwicklungsländer, die besonders stark von der Pandemie betroffen sind.

"Es muss befürchtet werden, dass in den kommenden Monaten viele der betroffenen Staaten in eine Schuldenkrise schlittern, die die Stabilität ganzer Regionen gefährden wird", warnte der CSU-Politiker. Die G20-Staaten, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds hätten zwar schon gut reagiert, etwa mit einem Schuldenmoratorium bis zum Juni. "Aber es ist klar, dass die Krise bis dahin nicht vorüber ist und wir für die am stärksten betroffenen Länder einen Schuldenerlass brauchen", sagte der Entwicklungsminister. Dieser müsse aber an Bedingungen geknüpft werden, etwa Transparenz im Staatshaushalt sowie ein striktes Vorgehen gegen Korruption, forderte Müller.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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