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Deutschland plant schnellen Einsatz von Johnson & Johnson

Archivmeldung vom 21.04.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.04.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Wozu soll die Impfung noch gleich sein? (Symbolbild)
Wozu soll die Impfung noch gleich sein? (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Nach der Freigabe durch die europäische Arzneimittelagentur (EMA) soll der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson möglichst bald in den deutschen Impfzentren eingesetzt werden. Von Anfang Mai an werde er auch in den Arztpraxen verfügbar sein, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Die erste Lieferung an die Bundesländer solle 232.800 Dosen umfassen, schreibt die Zeitung mit Verweis auf das Gesundheitsministerium. Ein Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bestätigte der FAZ: "Nach der Entscheidung der EMA werden wir den J&J-Impfstoff jetzt zeitnah an die Länder ausliefern, ab übernächster Woche auch an die Praxen."

Die EMA habe einen Warnhinweis formuliert, dass beim Einsatz dieses Impfstoffes in sehr seltenen Fällen Hirnvenenthrombosen auftreten könnten. "Dieser Hinweis wird in die Fachinformationen integriert", sagte der Sprecher. Noch empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (Stiko) den Impfstoff für alle Erwachsenen. Sie hatte nach ähnlichen Thrombosefällen im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen aber empfohlen, diesen Wirkstoff nur für Personen im Alter von 60 oder mehr Jahren einzusetzen. Ob es ähnliche Einschränkungen auch für J&J geben wird, ist noch unklar. Stiko-Chef Thomas Mertens sagte der FAZ, bisher gebe es lediglich Daten aus den Vereinigten Staaten und das zu sehr wenigen Fällen. "Die Originaldaten werden wir sehr bald sehr genau ansehen und prüfen. Vorher kann man zu dieser Fragen nichts sagen."

Für Astrazeneca hat die Stiko ihre Empfehlungen inzwischen leicht abgewandelt. Zur Verabreichung an unter 60-Jährige heißt es neuerdings, diese sei "nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten möglich". In der ursprünglichen Version sollte die Injektion zudem "nach ärztlichem Ermessen" erfolgen. Dagegen hatten sich die Ärzte gewehrt, weil sie die Haftung nicht übernehmen wollten. Um sicherzugehen, hätten die Mediziner jüngeren Patienten häufig von Astrazeneca abgeraten, berichtet die FAZ. Durch die Neufassung sei es jetzt deutlich einfacher, den Wirkstoff in den Impfzentren und demnächst auch in den Arztpraxen breit einzusetzen und damit die Impfkampagne zu beschleunigen. Mertens sagte der Zeitung: "Derjenige, der mit AZ geimpft werden will, kann sich nach entsprechender Aufklärung impfen lassen." Die Umformulierung bedeute aus Stiko-Sicht aber keine inhaltliche Änderung. Sie folge dem Wunsch der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die mit der Rechtssicherheit für die Ärzte argumentiert habe. Früheren Angaben des Ministeriums zufolge stehen im ersten Quartal 10,1 Millionen Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson zur Verfügung. Im dritten Quartal sollen es dann doppelt so viele sein, etwa 22 Millionen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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