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Deutscher Kunstspediteur wirft China Willkür und Rechtsbruch vor

Archivmeldung vom 01.06.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.06.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
China-Flagge: Binnenkonjunktur im Mittelpunkt. Bild: pixelio.de/Dieter Schütz
China-Flagge: Binnenkonjunktur im Mittelpunkt. Bild: pixelio.de/Dieter Schütz

Nach seiner Freilassung aus 14 Monaten chinesischer Untersuchungshaft und Hausarrest hat der deutsche Kunstspediteur Nils Jennrich den chinesischen Behörden Willkür und Gesetzesbruch vorgeworfen. "Wir haben festgestellt, dass ich - auch nach chinesischem Recht - viel zu lange, mehr als zwölf Stunden, festgehalten wurde, bis mir endlich meine Rechte mitgeteilt wurden. Das geschah auf Chinesisch, sodass ich nichts davon verstand. Ein weiterer Gesetzesbruch", sagte der Kaufmann in seinem ersten Interview nach seiner Freilassung der "Welt am Sonntag".

Erstmals berichtet Jennrich auch von den Haftbedingungen. Er habe eine winzige Zelle mit Chinesen und Mongolen teilen müssen, die wegen Taschendiebstahl, Betrug oder Mord in Untersuchungshaft gesessen hätten. Er habe auf dem Fußboden schlafen und vier Mal am Tag die Nasszelle putzen müssen. Später habe er auf allen Vieren den Fußboden schrubben "dürfen". Seine kargen Mahlzeiten habe der "Zellenchef" unter den Mitgefangenen aufgeteilt. "Im ersten Monat habe ich 16 Kilogramm Körpergewicht verloren", sagte Jennrich. In der Zelle sei es immer taghell erleuchtet gewesen, nie konnten alle Insassen zur gleichen Zeit schlafen, weil es nicht genug Schlafplätze gegeben habe. Erst nach einer Beschwerde beim deutschen Botschafter sei Jennrich verlegt worden in eine Zelle, in der nur Ausländer gewesen seien. "Endlich konnte ich mich wieder mit Jemandem auf Englisch unterhalten", so Jennrich. Schließlich, nach vier Monaten Haft und 10 Monaten Hausarrest, habe er ausreisen dürfen - gemeinsam mit Botschafter Michael Schäfer, getarnt als Mitglied der diplomatischen Delegation. Es sei, so vermutet Jennrich, von Anfang an nicht um ihn, sondern um das hoch moderne Lager seiner Firma für Kunstwerke gegangen, das nun ein chinesischer Konkurrent übernommen habe.

127 Tage saß Jennrich in Untersuchungshaft.

Der chinesische Zoll hatte dem Deutschen vorgeworfen, als Geschäftsführer der Pekinger Kunstspedition "Integrated Fine Art Solutions" (IFAS) den Preis eingeführter Kunstgegenstände falsch angegeben und so Steuern hinterzogen zu haben. Im August 2012 wurde der 32-Jährige auf Kaution freigelassen, durfte Peking aber nicht verlassen. Erst als die Bundesregierung seinen Fall zur Chefsache erklärte, ließ China ihn und seine Verlobte am 21. Mai ausreisen - eine Woche vor dem Besuch des Ministerpräsidenten Li Keqiang bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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