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14 verletzte Journalisten - ROG kritisiert Polizeigewalt bei den Taksim-Protesten in der Türkei

Archivmeldung vom 06.06.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.06.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Türkei: Demonstranten auf dem Taksim-Platz am 4. Juni 2013.
Türkei: Demonstranten auf dem Taksim-Platz am 4. Juni 2013.

Foto: VikiPicture
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt das brutale Vorgehen der türkischen Polizei gegen Journalisten, die über die Proteste auf dem Taksim-Platz in Istanbul berichten. Seit Beginn der Proteste sind nach Informationen von ROG mindestens 14 Journalisten verletzt worden, mehrere von ihnen schwer. Auch Hunderte andere Menschen haben Verletzungen davongetragen, viele durch den massiven Einsatz von Tränengas.

"Gezielte Polizeigewalt gegen Journalisten ist völlig inakzeptabel", sagte ROG-Geschäftsfüher Christian Mihr. Die dafür Verantwortlichen müssen ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden. "Die Polizei sollte Journalisten bei ihrer Arbeit schützen und nicht angreifen." Zugleich fordert ROG alle Medien auf, unparteiisch und in angemessenem Umfang über die Protestbewegung zu berichten.

Unter den verletzten Journalisten ist der Reuters-Fotograf Osman Orsal, der im Istanbuler Bezirk Beyoglu von einer Tränengas-Granate am Kopf getroffen und schwer verletzt wurde. (http://wapo.st/130WGnW) Ein Fotograf der türkischen Zeitung Hürriyet, Selcuk Samiloglu, wurde von einer Gummikugel an der Hand und von einem weiteren Geschoss am Kopf verletzt. Ebenfalls durch Tränengas, Gummigeschosse oder Wasserwerfer verletzt wurden Ismail Afacan von der Zeitung Günlük Evrensel, Onur Emre vom Blatt Sol, Mesut Ciftci und sein Kameramann Ismail Velioglu vom privaten Fernsehsender ATV sowie Olgu Kundakci von der Zeitung Birgün.

Einen Sol-Reporter, Fatos Kalacay, griffen Polizisten in Ankara an, während er über eine dortige Solidaritätsdemonstration für die Proteste in Istanbul berichtete. Ebenfalls zusammengeschlagen wurden Ugur Can von der Nachrichtenagentur Dogan und Tugba Tekerek von der Zeitung Taraf.

Kritik an großen Medienhäusern

In der Kritik der Demonstranten auf dem Taksim-Platz stehen auch die großen türkischen Medienhäuser einschließlich wichtiger Nachrichtensender, die tagelang kaum über die Proteste berichteten. Schauspieler, Schriftsteller, Musiker und Intellektuelle haben diese Haltung angeprangert. Namentlich wandten sie sich gegen die Berichterstattung der Fernsehsender NTV, CNN Türk, Haber Türk TV, Kanal D, ATV, Star TV, Show TV und TRT sowie der Zeitungen Star, Sabah und Haber Türk.

Während die großen Medien schwiegen, hat sich die Protestbewegung hauptsächlich über soziale Medien wie Twitter organisiert. In Teilen Istanbuls war der Zugang zu ihnen zeitweise unterbrochen. (http://tcrn.ch/11evvEH) Den Kurznachrichtendienst Twitter griff Ministerpräsident Tayyip Erdogan als "neue Bedrohung" und "größten Unruhestifter für heutige Gesellschaften" an. (http://bit.ly/15A94wV) Medienberichten zufolge hat die Polizei mittlerweile mindestens 25 Twitter-Nutzer wegen der Verbreitung "irreführender und beleidigender Informationen". (http://bit.ly/15zrpdz) ROG beobachtet diese Entwicklung mit Sorge und fordert die türkischen Behörden auf, die Verbreitung von Informationen und Meinungen über soziale Netzwerke nicht einzuschränken.

Die Türkei steht auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 154 von 179 Ländern. Auch vor den aktuellen Ereignissen auf dem Taksim-Platz ging die Polizei mit Gewalt gegen Journalisten vor, die über Demonstrationen berichten wollten. Generell herrscht ein Klima der Einschüchterung von Medien, in dem Hunderte Journalisten mit Gerichtsverfahren überzogen werden. (http://bit.ly/10mrn6O) Derzeit sitzen 70 Medienschaffende in türkischen Gefängnissen, viele von ihnen ohne Gerichtsurteil. Die meisten werden wegen ihrer Arbeit für kurdische Medien der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung beschuldigt. (http://bit.ly/YdD6SS)

Quelle: Reporter ohne Grenzen e.V. (ots)

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