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Tibet / China: Neue Gewalt gegen Mönche

Archivmeldung vom 22.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Etwa 2200 km südwestlich von Peking liegt dastibetische Kloster Tsob Dun.
Etwa 2200 km südwestlich von Peking liegt dastibetische Kloster Tsob Dun.

Die Mönche im tibetischen Kloster Tsob Dun in der früher zum Staat Tibet gehörenden heutigen chinesischen Provinz Sichuan, sind erneut Opfer von anhaltenden Übergriffen, so die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). In den frühen Morgenstunden des 16. August überfielen chinesische Militärpolizisten das Kloster. Drei junge Mönche wurden dabei festgenommen. Ihr Verbleib ist völlig unklar. Nach Einschätzung der IGFM, ist die Festnahme eine Reaktion des chinesischen Regimes auf die Selbstverbrennungen von tibetischen Mönchen aus diesem Kloster im März und Juli 2012.

Bisher haben sich bereits 25 Tibeter in der Präfektur Ngaba selbst verbrannt, um gegen die Unterdrückung durch Truppen und Behörden der Volksrepublik zu protestieren. Dazu gehörten auch Mönche aus dem Kloster Tsob Dun, das etwa 2200 km südwestlich von Peking liegt. Seit Mitte August wurden Einheiten der chinesischen Militärpolizei in direkter Umgebung des Klosters stationiert, um die Mönche aus nächster Nähe überwachen zu können.

Mönche verhaftet und verschleppt

Nach der IGFM vorliegenden Informationen drangen bewaffnete Polizisten seit dem 13. August jede Nacht in den Klosterbereich ein und durchsuchten die Räumlichkeiten ohne rechtliche Grundlage. Um die Mönche weiter einzuschüchtern, wurden sie nach den Selbstverbrennungen stichprobenartig verhört oder zusammengeschlagen. Am 12. August wurden der 19-jährige Lobsang Sangay, der 18-jährige Yarphel sowie der 18-jährige Namsay von Polizisten festgenommen. Ihr Verbleib ist nach wie vor ungeklärt.

Die IGFM sieht in dem Vorgehen der chinesischen Militärpolizei einen klaren Verstoß gegen die Menschenrechte. „Es kann nicht sein, dass die chinesische Polizei de facto wie eine Besatzungsmacht handelt. In einem Rechtsstaat steht die Polizei der Bevölkerung zur Seite und bietet Schutz. Sollte die chinesische Führung dies nicht durchsetzen können, hat sie kläglich versagt,“ so Martin Lessenthin, Sprecher des Vorstands der IGFM. Er fügt hinzu: „Die Internationale Gemeinschaft muss die chinesische Führung an diese Verantwortung erinnern.“

quelle: IGFM

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