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Bundeslandwirtschaftsminister: Türkische und südamerikanische Bauern booten EU-Landwirte nicht aus

Archivmeldung vom 20.09.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.09.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Christian Schmidt (2014)
Christian Schmidt (2014)

Foto: J. Patrick Fischer
Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sieht keine Gefahr, dass türkische und südamerikanische Obst- und Gemüsebauern sich dauerhaft auf dem russischen Markt etablieren und so EU-Landwirte ausbooten. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Schmidt, die Auswirkungen des russischen Importstopps für EU-Agrarprodukte hielten sich bislang in Grenzen.

Die europäischen Bauern seien sehr gut aufgestellt und angesichts hoher Leistungsfähigkeit sowie qualitativ hochwertiger Produkte nicht zu verdrängen. "Eher bleiben Regale in Russlands Supermärkten leer, als dass sie mit Produkten gefüllt werden, die nicht aus der EU stammen", sagte der Minister. Mit Blick auf die Rekordernte bei Äpfeln, die Preisverfall bewirkt und den Bauern zusätzliche Probleme bringt, erklärte Schmidt: "Wenn wir mehr Äpfel haben, als wir essen können, müssen wir andere Wege suchen und zum Beispiel auf die Saftproduktion setzen." Forderungen von Obstbauern nach Vernichtung von Überkapazitäten lehnte Schmidt strikt ab. "Ernte zu vernichten, ist für mich keine Option", sagte der CSU-Politiker. Dafür stelle er kein Geld zur Verfügung. Nach den Worten von Schmidt haben deutsche Bauern bisher kaum Mittel aus dem 125 Millionen schweren EU-Hilfspaket in Anspruch genommen, das Verluste durch den russischen Importstopp ausgleichen soll. Das liege auch daran, dass Obst und Gemüse hierzulande später geerntet werde als in Südeuropa. Deshalb habe sich Deutschland mit der EU-Kommission abgestimmt, bei Bedarf mit weiteren Hilfsmaßnahmen zu reagieren, betonte der Minister.

Bundeslandwirtschaftsminister mahnt Bauern zu Einsicht: Wir brauchen gutes Trinkwasser

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat den Bauernverband und Agrarpolitiker der eigenen Partei in der Debatte um Nitrat-verseuchtes Grundwasser zu Einsicht aufgefordert. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" kündigte Schmidt für Ende September eine neue Düngeverordnung an, um die Schadstoffbelastung durch Gülle zu reduzieren. "Ich warne vor Aufgeregtheiten", wies er die Kritiker auch aus der CSU zurück, die um den Erhalt von Höfen fürchten. "Niemand will Betriebe gefährden, ich schon gar nicht", sagte Schmidt. Deutschland brauche eine funktionierende Landwirtschaft, aber auch gutes Trinkwasser. Außerdem riskiere Deutschland eine Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof, wenn es sich den von der EU geforderten Maßnahmen gegen die Nitratbelastung verweigere. Unter anderem in Niedersachsen seien die zulässigen Grenzen teilweise überschritten. Die EU-Kommission hatte mit Klage gedroht, weil vor allem in Regionen mit intensiver Landwirtschaft die Nitratkonzentrationen in den Gewässern über die Grenze von 50 mg je Liter teilweise deutlich hinausgehen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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