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Atomwaffen in Asien: „Aufstockung ist gefährlich“

Archivmeldung vom 05.06.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.06.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Collage: Stimme Russlands
Bild: Collage: Stimme Russlands

In Asien mangelt es an Rüstungskontrollen und Maßnahmen nach OSZE-Muster, um Militärkonflikte zu verhindern, sagen russische Experten mit Blick auf den jüngsten SIPRI-Bericht. Demnach rüsten asiatische Großmächte nuklear aktiv auf. Das berichtet Polina Tscherniza bei Radio "Stimme Russlands".

Weiter heißt es dort: "Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI stellt fest: Das Wettrüsten nimmt wieder zu. Es geht allerdings nicht mehr um eine Konfrontation im Sinne des Kalten Krieges. Die USA und Russland als Rechtsnachfolger der Sowjetunion bauen ihre Arsenale ab. Die neue Spirale des Wettrüstens hängt mit der asiatischen Region zusammen, die zum Zentrum der Weltpolitik wird.

Insbesondere die Widersprüche im Dreieck Pakistan-Indien-China erregen Besorgnis. Die Regierungen in Neu-Delhi und Islamabad haben zuvor schon vor einem Großkrieg gestanden und den Atomwaffensperrvertrag bislang nicht unterzeichnet, wie der russische Experte Alexander Nikitin betont. Er leitet das Zentrum für euroatlantische Sicherheit der russischen Diplomaten-Uni MGIMO:

„Jede Aufstockung von nuklearen und Raketenwaffen ist in der gegenwärtigen Welt potentiell gefährlich. Denn es besteht die Gefahr, dass sie zum Einsatz kommen. Diese Gefahr ist vor allen in Indien und Pakistan groß, deren Arsenale in unmittelbarer Nähe zueinander liegen. Wenn sich die Spannungen zwischen den beiden Ländern zuspitzen, brechen sie die direkte Verbindung zwischen ihren Generalstäben ab, was der Logik moderner Vertrauensmaßnahmen völlig widerspricht. In Asien gibt es derzeit im Prinzip keine Vertrauensmaßnahmen, die denen im Rahmen der OSZE ähnlich wären. Es gibt auch keine Vereinbarungen in Bezug auf Abrüstung und Rüstungskontrollen.“

Pakistan hat mittlerweile mehr nukleare Gefechtsköpfe als Indien (jeweils 120 und 110). Auch seinen Rückstand in Bezug auf Trägersysteme kann Pakistan bald aufholen. Schließlich können nukleare Sprengsätze auch mit Flugzeugen transportiert oder als Artilleriegeschosse abgefeuert werden. Iwan Konowalow, Leiter der russischen Denkfabrik „Zentrum für strategische Konjunktur“, macht auf eine weitere Gefahr aufmerksam:

„Zwischen Indien und Pakistan kam es zwar nie zu einer unmittelbaren Atom-Kriegsgefahr. Man muss aber zugeben: Pakistan ist ein instabiles Land. Selbst seine US-Verbündeten haben ihre Befürchtungen in Bezug auf die dortigen Atomwaffen.“

Das indisch-chinesische Wettrüsten hat laut Experten mehr Ähnlichkeit mit dem Kalten Krieg: Die beiden Länder stocken ihre Arsenale vorerst auf, dann kommt offenbar eine Entspannung. Nikitin sagt, Chinas nukleare Aufrüstung sei auf den allgemeinen strategischen Wandel in der Region zurückzuführen:

„China fühlt sich durch den strategischen US-Raketenschild benachteiligt, der aufgebaut wird, um nordkoreanische Raketen bei Bedarf abzufangen. Aber auch chinesische Raketen haben ähnliche Flugbahnen und können ebenfalls abgefangen werden. Der entstehende US-Raketenschirm in der Region bringt China praktisch um die potentielle Möglichkeit, auf einen Angriff mit einem nuklearen Gegenschlag zu reagieren. Höchstens 20 chinesische Langstreckenraketen können die USA erreichen. Etwa 100 Abfangraketen werden den USA im Sinne ihrer Raketenabwehr ermöglichen, China völlig zu entwaffnen. China will sein nukleares Potential weiter ausbauen. Das wurde auch im so genannten Weißbuch der chinesischen Streitkräfte festgelegt.“

Russland als langjährige Atommacht und zum Teil asiatisches Land setzt sich konsequent für die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen ein. Dieses Prinzip ist auch im erneuerten Konzept der russischen Außenpolitik als vorrangig verankert. Deshalb stimmte Russland im UN-Sicherheitsrat auch für schärfere Sanktionen gegen Nordkorea – als Reaktion auf dessen Atomtest."

Quelle: Text Polina Tscherniza - „Stimme Russlands"

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