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"Welt"-Bericht: Deniz Yücel kommt frei

Archivmeldung vom 16.02.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.02.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Deniz Yücel (2014)
Deniz Yücel (2014)

Von blu-news.org - Deniz Yücel, CC BY-SA 2.0, Link

Der seit mehr als einem Jahr in der Türkei inhaftierte "Welt"-Journalist Deniz Yücel kommt offenbar frei. Das berichtet die Zeitung am Freitagmittag auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Yücels Anwalt.

Der "Welt"-Korrespondent war vor einem Jahr wegen Terrorvorwürfen festgenommen worden. Später wurde Untersuchungshaft gegen ihn verhängt. Erst am Donnerstag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim deutlich gemacht, dass der Fall Yücel eine besondere Dringlichkeit habe. Yildirim hatte wiederum gesagt, dass er davon ausgehe, dass die Gerichte im Rahmen der rechtsstaatlichen Prinzipien eine Entscheidung fällen werden. Gleichzeitig hatte er die lange Verfahrensdauer damit verteidigt, dass die Gerichte des Landes wegen des Militärputsches in der Türkei und der nachfolgenden zahlreichen Prozesse unter einer enormen Arbeitslast leiden würden.

Gabriel erfreut über Yücels Freilassung

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich erfreut über die angekündigte Freilassung des seit mehr als einem Jahr in der Türkei inhaftierten "Welt"-Journalisten Deniz Yücel geäußert. "Ich freue mich sehr über diese Entscheidung der türkischen Justiz. Und noch mehr freue ich mich für Deniz Yücel und seine Familie", sagte Gabriel am Freitag. "Das ist ein guter Tag für uns alle", fügte er hinzu. Er dankte der türkischen Regierung für ihre Unterstützung bei der Verfahrensbeschleunigung. "Ich habe in den letzten Monaten viele direkte Gespräche mit der türkischen Regierung zur Beschleunigung des Verfahrens geführt. Dazu gehörten auch zwei Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan." Die türkische Regierung habe immer Wert darauf gelegt, dass sie keinen politischen Einfluss auf die Gerichtsentscheidung nehmen werde. Die Unabhängigkeit der Gerichtsentscheidung sei immer zentrales Anliegen in allen Gesprächen gewesen. "Umso mehr freut mich die heutige Entscheidung", sagte Gabriel.

Besonderen Dank sprach er dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dankte er für ihr Vertrauen in die Arbeit des Auswärtigen Amtes. "Ich bin sehr froh über diesen Ausgang."

Erste weitere Reaktionen auf die angekündigte Freilassung Yücels fielen ebenfalls positiv aus. Gökay Sofuoglu, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, bezeichnete sie in der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe) als "sehr glückliche Nachricht". Seit über einem Jahr habe Yücel unschuldig im Gefängnis gesessen. "Er ist ein freiheitsliebender Mensch, ein Journalist und kein Terrorist." Es sei gut, dass das jetzt auch die Türkei kapiert habe, fügte Sofuoglu hinzu. Er freue sich auf die Recherchen und Berichte Yücels, wenn der "Welt"-Korrespondent wieder zurück sei.

Die Vize-Fraktionschefin der Linken, Sevim Dagdelen, zeigte sich ebenfalls erfreut über die Nachricht. "Ich freue mich darüber, dass Deniz Yücel nach einem Jahr Geiselhaft endlich wieder frei ist", sagte sie der "Bild". Yücel sei eine politische Geisel Erdogans gewesen. "Man kann jetzt gespannt sein, welche Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgüter die Türkei dafür von Kanzlerin Merkel erhalten wird."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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