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Zentralrat der Juden: Massaker an Armeniern war Völkermord

Archivmeldung vom 15.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Foto eines anonymen deutschen Reisenden: Armenier werden im April 1915 von osmanischen Soldaten aus Kharpert (türkisch: Harput) in ein Gefangenenlager im nahen Mezireh (türkisch: Elazığ) geführt.[9]
Foto eines anonymen deutschen Reisenden: Armenier werden im April 1915 von osmanischen Soldaten aus Kharpert (türkisch: Harput) in ein Gefangenenlager im nahen Mezireh (türkisch: Elazığ) geführt.[9]

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Berlin - Der Zentralrat der Juden in Deutschland würde es begrüßen, wenn die Bundesregierung die Massaker an den Armeniern als Völkermord anerkennt. "Vor 100 Jahren wurden im Osmanischen Reich auf Befehl der Regierung mehr als eine Million Armenier deportiert. Sie wurden direkt ermordet oder verhungerten und verdursteten in der Wüste", sagte Präsident Josef Schuster am Mittwoch dem Tagesspiegel (Donnerstagausgabe).

"Dieses schreckliche Geschehen sollte als das bezeichnet werden, was es war: ein Genozid." Die Bundesregierung stehe hier auch deshalb in einer besonderen Verantwortung, weil deutsche Offiziere damals zu den Mitwissern und Mittätern gehörten. "Hitler hat sich später den Völkermord an den Armeniern quasi zum Vorbild für die Vernichtung der Juden genommen." Zudem ist es nach Schusters Auffassung mehr als überfällig, dass sich die Türkei ehrlich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetze. Am 24. April ist anlässlich des Jahrestags eine einstündige Debatte im Bundestag vorgesehen. Regierung und Opposition streiten allerdings über die Bewertung der Geschehnisse vor hundert Jahren. Während Grüne und Linke sich dafür aussprechen, die Massaker als Völkermord zu benennen, gibt es in der Bundesregierung und den Spitzen der Koalitionsfraktionen Vorbehalte. Offenbar befürchtet man einen Konflikt mit der Türkei, die bis heute die Einstufung der damaligen Massaker als Völkermord ablehnt.

Quelle: Der Tagesspiegel (ots)

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